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- 26.11.2003 -

 

 

 


 

UN: Menschenaffen vor dem Aussterben retten

Für Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans müssen dringend Reservate eingerichtet werden, empfehlen die Vereinten Nationen.

(jkm) - Die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) fordern auf einer gemeinsamen Konferenz in Paris, zum Schutz der Menschenaffen 25 Millionen US-Dollar - umgerechnet 21,2 Millionen Euro - zur Verfügung zu stellen.

Der Menschenaffe ist unser nächster Verwandter, mit dem wir 96 Prozent des Erbgutes teilten, betont UNEP-Direktor Klaus Töpfer: "Wenn wir auch nur irgendeine Art der Menschenaffen verlieren, zerstören wir die Verbindung zu unseren eigene Ursprüngen und damit einen Teil unserer eigenen Menschlichkeit." Um das zu verhindern, haben die Vereinten Nationen das "Great Apes Survival Project", kurz GRASP, ins Leben gerufen, um Schutzprogramme für die Menschenaffen zu koordinieren.

 


© ArtToday

Bis zu 15.000 Borneo Orang Utans (Pongo pygmaeus) soll es im indonesischen Tropenwald noch geben.

 

Alle Arten der Menschenaffen stünden entweder vor dem unmittelbaren Aussterben oder dem Verschwinden innerhalb der nächsten 50 Jahre, warnen UNEP und UNESCO. Unter ihrer Moderation kommen am heutigen Mittwoch in Paris Vertreter jener 23 Staaten aus Afrika und dem südlichen Asien zusammen, in denen noch Menschenaffen leben. Über das Schicksal der Tiere beraten außerdem UN-Vertreter, Biologen und Naturschutzorganisationen.

Die Ursachen für das Aussterben der Menschenaffen sind bekannt: Unter dem Bevölkerungsdruck der Entwicklungsländer schwindet ihr Lebensraum, Jagd und Tierhandel sowie Bürgerkriege beschleunigen den Trend. Das UN-Umweltprogramm schätzt, dass im Jahr 2030 weniger als zehn Prozent der verbliebenen afrikanischen Urwälder den Affen ein ungestörtes Leben garantieren können. In Asien ist die Lage noch schlechter: Im Jahr 2030, so die UNEP-Prognose, werde es gar keine unberührten Wälder mehr geben.

Seit das GRASP-Programm im Mai 2001 gestartet wurde, habe man immerhin in 16 der 23 betroffenen Staaten Hilfsprogramme zur Rettung der Menschenaffen initiieren können, berichten die UN-Organisationen. Man sei allerdings auf weitere finanzielle Unterstützung der Weltgemeinschaft angewiesen, wenn die begonnene Arbeit fortgesetzt werden solle.

 

 Mehr Informationen:

Great Apes Survival Project

Primatis.de

vista verde:
- Primaten
- Artenschutz

 

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