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- 12.11.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Seltene Ansiedlung: Wie norddeutsche Wisentkühe nach Bayern kommen

Wisente besiedelten früher ganz Europa. Jetzt sollen die Wildrinder auch in Bayern wieder heimisch werden.

Von Winfried Wagner, dpa

Waren (dpa) - «Dakin» ist wütend. Der imposante 800 Kilogramm schwere Bulle in Deutschlands größtem Wisentgehege unweit von Waren in Mecklenburg schnaubt erregt, als vor seinem Gatter eine Wisentkuh betäubt und weggefahren wird. Die Reise ist weit: «Im bayerischen Donaumoos soll eine ganz neue Herde aufgebaut werden», sagt Förster Fred Zentner - eine der international seltenen Neuansiedlungen der Wildrinder. 2 von zunächst 15 Tieren für das Projekt auf einem Moorversuchsgut kommen von der 320 Hektar großen Halbinsel Damerower Werder, wo die zottigen Riesen seit 1957 fast wie in freier Wildbahn gehalten werden.

Die Wildrinder besiedelten früher ganz Europa. Je weiter die Zivilisation fortschritt, desto enger wurde der Lebensraum für das mächtige Säugetier - ähnlich wie bei den ähnlichen Bisons in Nordamerika. Die größten Vertreter dieser Rasse werden bis zu 1000 Kilogramm schwer, können bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell sein und immerhin zwei Meter hohe Zäune überspringen. Am Damerower Werder mussten sich auch schon Fernsehteams auf Bäume retten, sagt Zentner.

Seit Mitte der 50er Jahre wird in Deutschland versucht, die Wisente wieder anzusiedeln, unter anderem auf der Halbinsel. Das Problem dabei: Alle noch lebenden Wisente stammen von zwölf Tieren ab. «Deshalb gibt es internationale Zuchtbücher», erläutert Zentner. Der Bestand auf dem Damerower Werder, wo jährlich 60.000 Besucher gezählt werden, gilt inzwischen als größte Gen-Reserve in Deutschland.

 


© dpa

Tierarzt Lothar Härtelt untersucht die schlafende Wisentkuh "Dareen" im Gehege auf dem Damerower Werder, die zuvor mit dem Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt wurde. Die eineinhalb Jahre alte "Dareen" wird gemeinsam mit einem zweiten Tier in das Wisentgehege Donaumoos in Bayern transportiert.

 

Wenn eine Fangaktion ansteht, kommt Lothar Härtelt zum Zuge. Der Tierarzt hat sich seit Jahren auf die Betäubung größerer Tiere spezialisiert. «Das Wichtigste ist der optimale Treffer», sagt er. Das Betäubungsgeschoss sitzt diesmal im hinteren Oberschenkel, die Herde stiebt auseinander. Nach etwa 10 bis 15 Minuten wirkt das Betäubungsmittel, dann fängt «Dareen» an zu wanken.

Bevor für die beiden knapp zweijährigen «Dareen» und «Daraffka» die Fahrt nach Bayern losgeht, wird ihnen noch Blut zur Untersuchung genommen und ein Mikrochip zur Identifikation eingesetzt. «Dakin» hat sich in seinem Extragatter noch immer nicht beruhigt: «Der ist unberechenbar, erst vor kurzem musste ich mich auch auf einem Stahlträger retten», erzählt einer der Wisentbetreuer.

 

 Mehr Informationen:

Wisent (Bison bonasus)

 

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