|
Fischerei: Jede dritte Meeresschildkröte
wird gefangen
Ein Drittel aller Meeresschildkröten
endet in Netzen oder an Fangleinen, schätzt eine internationale
Biologengruppe.
(jkm) - Die britischen, italienischen
und US-amerikanischen Forscher nutzten Satellitendaten über
die Wanderungen von Schildkröten. Dabei zeigten einige Signale
ein höchst verdächtiges Verhalten.
"Selbst mit den wenigen zur
Verfügung stehenden Daten zeigt diese erste Studie, dass
ausgewachsene Schildkröten häufig als Beifang enden
und besser geschützt werden müssen", schreiben
die Forscher um Gaeme Hays von der University of Wales, Swansea,
und seine Kollegen im Fachblatt "Marine Ecology Progress
Series". Einige Populationen von Meeresschildkröten
könnten schon bald ausgerottet sein.

©
ArtToday
Suppenschildkröten
leben in den Küstengebieten tropischer und subtropischer
Meere.
|
Die Forscher analysierten Daten
aus mehreren Studien, bei denen 50 mit Satellitensendern ausgestattete
Suppenschildkröten, Lederschildkröten und Karettschildkröten
über insgesamt 5.923 Schildkröten-Tage verfolgt worden
waren. Merkwürdigerweise schienen sechs der Tiere schnurstracks
Küstenorte anzusteuern oder sich längere Zeit außerhalb
des Wassers aufzuhalten, berichten Hays und Kollegen. Offenbar
waren diese Tiere von Fischern gefangen worden - eine Vermutung,
die in drei Fällen durch Beobachtungen belegt werden konnte.
Anhand dieser Zahlen schätzen
die Biologen die jährliche, durch Fischerei bedingte Mortalität
unter Meeresschildkröten auf 31 Prozent. Sechs der sieben
Arten gelten bereits als gefährdet, bei drei von ihnen wird
die Lage als kritisch eingeschätzt.
|