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Studie:
Antidepressiva stören Entwicklung
von Wasserbewohnern
Spuren von Antidepressiva stören
die Entwicklung von Amphibien und Fischen, haben amerikanische
Biologen entdeckt.
(jkm) - Die Wirkstoffe gelangen
über die Toilettenspülung zunächst in Kläranlagen
und schließlich in die Umwelt. Die Folgen könnten nach
Ansicht der Forscher beträchtlich sein, zumal sich die Medikamente
einer stetig wachsenden Popularität erfreuten.
"Diese Verbindungen sind
in Konzentrationen, wie sie in der Umwelt gemessen werden, nicht
akut toxisch", sagt Marsha Black von der University of Georgia
in Athens. "Unsere längerfristigen Studien deuten jedoch
auf eine verzögerte Entwicklung und eine verspätete
Metamorphose hin." Ihre Resultate präsentieren Black
und Kollegen demnächst auf der Jahrestagung der Society of
Environmental Toxicity and Chemistry in Austin, Texas.
Die Forscher setzten männliche
Kärpflinge (Gambusia affinis) dem Prozac-Wirkstoff Fluoxetin
und ähnlich wirkenden Substanzen aus. Im Alter von 80 Tagen
zeigten die Fische eine um bis zu vier Wochen verzögerte
geschlechtliche Entwicklung, schlossen dann jedoch wieder zu den
Kontrolltieren auf. Die Ursache sei noch unklar, so die Forscherin.
"Wir wissen jedoch, dass das richtige Timing im Wasser entscheidend
ist. Bei einigen Arten ist die Fortpflanzung beispielsweise so
abgestimmt, dass sie mit Algenblüten zusammenfällt."
Ähnliche Resultate erbrachten
Versuche mit Kaulquappen von Krallenfröschen (Xenopus laevis).
Da nordamerikanische Frösche häufig in temporären
Gewässern laichten, sieht Black auch hier mögliche Probleme:
"Wenn die Kaulquappen nicht die Metamorphose vollzogen haben,
bis das Wasser verdunstet ist, trocknen sie mit ihren Tümpeln
aus."
Die Forscherin vermutet, dass
die Antidepressiva die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen
reduzieren und so die Entwicklung der Tiere bremsen. In jedem
Fall seien pharmazeutische Wirkstoffe in Abwässern ein drängendes
Problem.
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