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- 04.11.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Studie:

Antidepressiva stören Entwicklung von Wasserbewohnern

Spuren von Antidepressiva stören die Entwicklung von Amphibien und Fischen, haben amerikanische Biologen entdeckt.

(jkm) - Die Wirkstoffe gelangen über die Toilettenspülung zunächst in Kläranlagen und schließlich in die Umwelt. Die Folgen könnten nach Ansicht der Forscher beträchtlich sein, zumal sich die Medikamente einer stetig wachsenden Popularität erfreuten.

"Diese Verbindungen sind in Konzentrationen, wie sie in der Umwelt gemessen werden, nicht akut toxisch", sagt Marsha Black von der University of Georgia in Athens. "Unsere längerfristigen Studien deuten jedoch auf eine verzögerte Entwicklung und eine verspätete Metamorphose hin." Ihre Resultate präsentieren Black und Kollegen demnächst auf der Jahrestagung der Society of Environmental Toxicity and Chemistry in Austin, Texas.

Die Forscher setzten männliche Kärpflinge (Gambusia affinis) dem Prozac-Wirkstoff Fluoxetin und ähnlich wirkenden Substanzen aus. Im Alter von 80 Tagen zeigten die Fische eine um bis zu vier Wochen verzögerte geschlechtliche Entwicklung, schlossen dann jedoch wieder zu den Kontrolltieren auf. Die Ursache sei noch unklar, so die Forscherin. "Wir wissen jedoch, dass das richtige Timing im Wasser entscheidend ist. Bei einigen Arten ist die Fortpflanzung beispielsweise so abgestimmt, dass sie mit Algenblüten zusammenfällt."

Ähnliche Resultate erbrachten Versuche mit Kaulquappen von Krallenfröschen (Xenopus laevis). Da nordamerikanische Frösche häufig in temporären Gewässern laichten, sieht Black auch hier mögliche Probleme: "Wenn die Kaulquappen nicht die Metamorphose vollzogen haben, bis das Wasser verdunstet ist, trocknen sie mit ihren Tümpeln aus."

Die Forscherin vermutet, dass die Antidepressiva die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen reduzieren und so die Entwicklung der Tiere bremsen. In jedem Fall seien pharmazeutische Wirkstoffe in Abwässern ein drängendes Problem.

 

 Mehr Informationen:

University of Georgia

GSF: Umweltchemikalien mit hormoneller Wirkung

Arzneimittel in der Umwelt

Umwelthormone

 

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