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Zu warm unterm Pelz: Robben öffnen
Thermofenster
Wenn es Robben zu heiß
wird, erwärmt sich nicht ihre gesamte Körperoberfläche,
sondern sie öffnen lediglich ein "Fenster".
(jkm) - Wenn es Robben an Land
zu heiß wird, öffnen sie Thermofenster in ihrer Körperoberfläche.
Das hat eine deutsch-kanadische Forschergruppe entdeckt. Teile
der Körperoberfläche werden stärker durchblutet
und erwärmen sich dabei so stark, dass die Tiere regelrecht
zu dampfen beginnen.
Damit Robben selbst im Eismeer
nicht frieren, besitzen sie eine zentimeterdicke Speckschicht
und ein als Wärmeaustauscher arbeitendes Blutgefäßsystem
in den schlanken Flossen. Liegt eine Robbe am Strand und lässt
sich die Sonne auf den Pelz scheinen, muss jedoch ein effektives
Kühlsystem her. Wie dieses funktioniert, fanden Björn
Mauck von der Ruhr-Universität Bochum und seine Kollegen
heraus.

©
Ruhr-Universität Bochum
Auf dem Infrarotbild
zeigt sich das Thermofenster als roter Fleck.
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Mit einer Wärmekamera beobachteten
die Forscher Seehunde, Kegelrobben und Sattelrobben in Zoos und
in der freien Natur. Wie sie im "Journal of Experimental
Biology" berichten, werden bei hohen Umgebungstemperaturen
vermehrt Gefäße oberhalb der isolierenden Speckschicht
durchblutet. Die Infrarotbilder zeigten, wie sich zunächst
"heiße Flecken" an Kopf, Nacken oder Schultern
bildeten, die nach und nach wuchsen und schließlich verschmolzen.
Der Temperaturunterschied zwischen
diesen "Thermofenstern" und ihrer Umgebung kann fast
25 Grad Celsius betragen, fanden Mauck und seine Kollegen. An
kalten Tagen sieht man über den erhitzten Körperpartien
sogar Wasserdampf aufsteigen. Und in diesem Dampf sehen die Forscher
einen möglichen Vorteil der starken punktuellen Erwärmung:
Gegenüber einer mäßigen Erwärmung der gesamten
Körperoberfläche kann das Wasser so besser verdunsten
und zusätzlich für Kühlung sorgen.
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