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- 02.11.2003 -

 

 

 


 

Zu warm unterm Pelz: Robben öffnen Thermofenster

Wenn es Robben zu heiß wird, erwärmt sich nicht ihre gesamte Körperoberfläche, sondern sie öffnen lediglich ein "Fenster".

(jkm) - Wenn es Robben an Land zu heiß wird, öffnen sie Thermofenster in ihrer Körperoberfläche. Das hat eine deutsch-kanadische Forschergruppe entdeckt. Teile der Körperoberfläche werden stärker durchblutet und erwärmen sich dabei so stark, dass die Tiere regelrecht zu dampfen beginnen.

Damit Robben selbst im Eismeer nicht frieren, besitzen sie eine zentimeterdicke Speckschicht und ein als Wärmeaustauscher arbeitendes Blutgefäßsystem in den schlanken Flossen. Liegt eine Robbe am Strand und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen, muss jedoch ein effektives Kühlsystem her. Wie dieses funktioniert, fanden Björn Mauck von der Ruhr-Universität Bochum und seine Kollegen heraus.

 


© Ruhr-Universität Bochum

Auf dem Infrarotbild zeigt sich das Thermofenster als roter Fleck.

 

Mit einer Wärmekamera beobachteten die Forscher Seehunde, Kegelrobben und Sattelrobben in Zoos und in der freien Natur. Wie sie im "Journal of Experimental Biology" berichten, werden bei hohen Umgebungstemperaturen vermehrt Gefäße oberhalb der isolierenden Speckschicht durchblutet. Die Infrarotbilder zeigten, wie sich zunächst "heiße Flecken" an Kopf, Nacken oder Schultern bildeten, die nach und nach wuchsen und schließlich verschmolzen.

Der Temperaturunterschied zwischen diesen "Thermofenstern" und ihrer Umgebung kann fast 25 Grad Celsius betragen, fanden Mauck und seine Kollegen. An kalten Tagen sieht man über den erhitzten Körperpartien sogar Wasserdampf aufsteigen. Und in diesem Dampf sehen die Forscher einen möglichen Vorteil der starken punktuellen Erwärmung: Gegenüber einer mäßigen Erwärmung der gesamten Körperoberfläche kann das Wasser so besser verdunsten und zusätzlich für Kühlung sorgen.

 

 Mehr Informationen:

Ruhr-Universität Bochum

Robben

 

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