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- 30.10.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Bilche:

Der Siebenschläfer ist Tier des Jahres 2004

Der kleine Siebenschläfer ist das Wildtier des Jahres 2004.

Bonn (dpa) - Der kleine Siebenschläfer (Glis glis) ist das Wildtier des Jahres 2004. Das teilte die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild am Donnerstag in Bonn mit. Die Nagetiere mit dem buschigen Schwanz ähneln den Eichhörnchen und gelten in Norddeutschland als vom Aussterben bedroht. Der Name Siebenschläfer stammt von dem rund siebenmonatigen Winterschlaf, den der gefräßige und nachtaktive Nager von Anfang Oktober bis Anfang Mai hält.

Die Wahl zum Tier des Jahres beziehe alle anderen Schläferarten wie Baumschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus mit ein, berichtete die Schutzgemeinschaft. Die Bonner Organisation, die sich für die Erhaltung frei lebender Tiere einsetzt, rückt jährlich eine Gattung in den Blickpunkt. Im Jahr 2003 war es der Wolf.

Die Siebenschläfer sind mit durchschnittlich 16 Zentimeter Leibes- und 13 Zentimeter Schwanzlänge die größten Mitglieder der Familie der Bilche. Sie verständigen sich untereinander mit verschiedenartigsten Lauten - vom lang gezogenen und trillernden Pfiffen über allerlei murmelnde und murksende Laute bis hin zu Quieken und Zirpen.

Der schnelle Kletterer lebt vorwiegend in trockenen Eichen- und Buchenwäldern der mittel- und südeuropäischen Mittelgebirge. Reine Nadelwälder meidet er. Tagsüber verbirgt er sich in hohlen Bäumen oder Erdlöchern, auch Wurzelstöcke und totes Holz im Wald bieten ihm Unterschlupf. Am Abend kommt er hervor und sucht sich seine Nahrung - energiereiche pflanzliche Stoffe wie Eicheln, Nüssen, Kastanien oder Obst. Der äußerst gefräßige Geselle verschmäht auch keine kleineren Tiere und Eier.

Auch in die Nähe des Menschen wagt er sich vor, plündert Weinberge und besucht Obstbäume, Scheunen, Vogelnistkästen oder Reisighaufen. Marder, Iltisse und Eulen zählen zu seinen natürlichen Feinden. Zudem werden die Nager in manchen Gegenden mit allen Mitteln von den Menschen bekämpft, weil sie als Ernteschädlinge gelten.

Das war im alten Rom noch anders. Dort galten die niedlichen Tierchen als Delikatesse, wurden gezüchtet und gemästet. In einigen Regionen Europas, beispielsweise in Gebieten Frankreichs und Sloweniens, ist das heute immer noch so. Mit dem gleichnamigen Tag am 27. Juni hat der Siebenschläfer aber nichts zu tun. Die Legende geht bis ins 3. Jahrhundert zurück. Dem zu Folge waren die Siebenschläfer sieben Brüder.

 


© dpa

Der Siebenschläfer ist das Wildtier des Jahres 2004.


 Mehr Informationen:

Schutzgemeinschaft Deutsches Wild

Der Siebenschläfer

Bilche

"Natur des Jahres"

 

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