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Schutz des Hochgebirges:
Alpenglöckchen ist Blume des Jahres
2004
Das Alpenglöckchen (Soldanella
alpina) ist die Blume des Jahres 2004.
Ahrensburg (dpa) - Das gab die
Stiftung Natur und Pflanzen am Donnerstag im schleswig-holsteinischen
Ahrensburg bekannt. Damit will die Stiftung auf die Bedrohung
der Urlandschaft Hochgebirge, dem Lebensraum des Alpenglöckchens,
vor allem durch Ski- und Wandertourismus aufmerksam machen und
für den Erhalt der alpinen Rasen- und Wiesenlandschaft werben.
Das Alpenglöckchen wächst
in Höhen zwischen 600 und 3000 Metern etwa in den Alpen,
Pyrenäen, Karpaten oder im Jura. Auf dem Feldberg im Schwarzwald
gibt es noch ein «Reliktvorkommen» aus der Eiszeit.
Die mehrjährige Staude wird 15 bis 18 Zentimeter hoch, hat
nierenförmige, dunkelgrüne Blätter und blüht
blau-violett. Die etwa ein Zentimeter großen Blüten
zeigen sich noch während der Schneeschmelze im Mai und Juni.
Das Alpenglöckchen - auch Blaues Schneeglöckchen oder
Troddelblume genannt - ist geschützt und kommt in verschiedenen
Arten vor.

© dpa
Stiftungsgründerin
Loki Schmidt stellte die Blume des Jahres 2004 in Ahrensburg
bei Hamburg vor.
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Stiftungsgründerin Loki
Schmidt, Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt, betonte, die Alpen
und die anderen europäischen Gebirge seien außer den
Hochmooren die «letzten Lebensräume alter Naturlandschaften».
Die Gebirgspflanzen seien durch Kälte, starke Sonneneinstrahlung
und Austrocknung durch heftige Winde besonders angepasst, um zu
überleben. Die Primel-Gewächse seien seit Jahrzehnten
durch den «sich immer stärker ausbreitenden Skibetrieb
und sommerlichen Tourismus» gefährdet.
Die Stiftung macht seit 1980
durch die Auswahl einer Blume des Jahres auf bedrohte Lebensräume
aufmerksam. Sie sprach sich am Donnerstag für einen «sanften»
Gebirgstourismus aus, der eine «nachhaltige Koexistenz zum
wechselseitigen Gewinn» gewährleiste. «Schließlich
sind Eigenheit und Schönheit der Gebirgsregionen unwiderruflich
mit der Vorstellung von blühenden Bergwiesen verbunden»,
hieß es.
Der Bestand der Alpenglöckchen
und ihr Lebensraum seien insbesondere durch Freizeitaktivitäten
und die «bauliche Infrastruktur» gefährdet. Die
Gebirgsregionen würden im Sommer wie im Winter genutzt -
so von Wanderern, Mountain-Bikern, oder Skiläufern. Durch
den Bau etwa von Straßen, Rast- und Parkplätzen oder
Skiliften würden wertvolle Biotopflächen zerstört.
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