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- 23.10.2003 -

 

 

 

 

 


 

Schutz des Hochgebirges:

Alpenglöckchen ist Blume des Jahres 2004

Das Alpenglöckchen (Soldanella alpina) ist die Blume des Jahres 2004.

Ahrensburg (dpa) - Das gab die Stiftung Natur und Pflanzen am Donnerstag im schleswig-holsteinischen Ahrensburg bekannt. Damit will die Stiftung auf die Bedrohung der Urlandschaft Hochgebirge, dem Lebensraum des Alpenglöckchens, vor allem durch Ski- und Wandertourismus aufmerksam machen und für den Erhalt der alpinen Rasen- und Wiesenlandschaft werben.

Das Alpenglöckchen wächst in Höhen zwischen 600 und 3000 Metern etwa in den Alpen, Pyrenäen, Karpaten oder im Jura. Auf dem Feldberg im Schwarzwald gibt es noch ein «Reliktvorkommen» aus der Eiszeit. Die mehrjährige Staude wird 15 bis 18 Zentimeter hoch, hat nierenförmige, dunkelgrüne Blätter und blüht blau-violett. Die etwa ein Zentimeter großen Blüten zeigen sich noch während der Schneeschmelze im Mai und Juni. Das Alpenglöckchen - auch Blaues Schneeglöckchen oder Troddelblume genannt - ist geschützt und kommt in verschiedenen Arten vor.

 


© dpa

Stiftungsgründerin Loki Schmidt stellte die Blume des Jahres 2004 in Ahrensburg bei Hamburg vor.

 

Stiftungsgründerin Loki Schmidt, Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt, betonte, die Alpen und die anderen europäischen Gebirge seien außer den Hochmooren die «letzten Lebensräume alter Naturlandschaften». Die Gebirgspflanzen seien durch Kälte, starke Sonneneinstrahlung und Austrocknung durch heftige Winde besonders angepasst, um zu überleben. Die Primel-Gewächse seien seit Jahrzehnten durch den «sich immer stärker ausbreitenden Skibetrieb und sommerlichen Tourismus» gefährdet.

Die Stiftung macht seit 1980 durch die Auswahl einer Blume des Jahres auf bedrohte Lebensräume aufmerksam. Sie sprach sich am Donnerstag für einen «sanften» Gebirgstourismus aus, der eine «nachhaltige Koexistenz zum wechselseitigen Gewinn» gewährleiste. «Schließlich sind Eigenheit und Schönheit der Gebirgsregionen unwiderruflich mit der Vorstellung von blühenden Bergwiesen verbunden», hieß es.

Der Bestand der Alpenglöckchen und ihr Lebensraum seien insbesondere durch Freizeitaktivitäten und die «bauliche Infrastruktur» gefährdet. Die Gebirgsregionen würden im Sommer wie im Winter genutzt - so von Wanderern, Mountain-Bikern, oder Skiläufern. Durch den Bau etwa von Straßen, Rast- und Parkplätzen oder Skiliften würden wertvolle Biotopflächen zerstört.

 

 Mehr Informationen:

Stiftung Natur und Pflanzen

 

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