Bruterfolg beim deutschen Wappentier:

Nachwuchs bei den Seeadlern

Der früher vom Aussterben bedrohte Seeadler hat in Deuschland wieder reichlich Nachwuchs.

Allein in Mecklenburg- Vorpommern und Schleswig-Holstein zogen Adlereltern in diesem Jahr mehr als 200 Jungvögel auf, wie die Umweltstiftung WWF am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Bundesweit brüten mittlerweile wieder mehr als 400 Paare des deutschen Wappentiers. Ende der 60er Jahre war der Seeadler fast ausgerottet, seit den 80er Jahren erholten sich die Bestände der größten Adler Europas jedoch langsam wieder, wie Thomas Neumann vom WWF berichtete.

Als Ursachen nannte der Fachmann die Naturschutzgesetze der Bundesländer, «konsequente Adlerschutzgruppen und das Verbot des Pflanzenschutzmittels DDT». Neue Feinde der Tiere, deren Flügelspannweite 2,60 Meter betragen kann, seien die Windkraftanlagen, in denen 2002 etwa 13 Vögel ums Leben gekommen seien. «Das ist aber noch kein durchschlagendes Problem.»

193 Paare haben dem WWF zufolge im laufenden Jahr in Mecklenburg-Vorpommern 156 Jungvögel aufgezogen. In Schleswig-Holstein sorgten 39 Paare für 53 Vogelkinder. «Der Seeadler spannt seine Flügel wieder weit über Deutschland und von hier aus sogar bis in die Nachbarländer nach Dänemark und Österreich», sagte Neumann. «Rund um die Ostsee haben sich die Bestände gut erholt.»

Der Seeadler sei wieder in Finnland, Schweden, Polen und Norwegen heimisch. Auf dem Balkan und in Russland hielten sich seit Jahren einige Bestände, in Japan gebe es einzelne Paare. Ausgestorben seien die Vögel dagegen in Italien, Frankreich und Spanien. Auch in Griechenland lebten fast keine mehr.

Fast die Hälfte brüte in Nationalparks oder Naturschutzgebieten und bevorzuge dabei die Kronen alter Bäume. Die Vögel werden bis zu 35 Jahre alt. Ein etwas kleinerer Verwandter der Seeadler sei der Weißkopfadler. Das Wappentier der USA sei auch nicht mehr vom Aussterben bedroht.