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Seegras-Atlas belegt: Unterwasserwiesen
schwinden
In den letzten zehn Jahren
sind die weltweiten Seegras-Bestände um ein Siebtel geschrumpft,
belegt ein neuer Weltatlas.
(jkm) - Den Atlas hat das Umweltprogramm
der Vereinten Nationen (UNEP) jetzt vorgelegt. Weil Seegräser
zahlreichen Tieren Lebensraum und Nahrung bieten, sind ihre Vorkommen
von großer Bedeutung für das Ökosystem Meer.
Seegräser sind vor den Küsten
anzutreffen und erstrecken sich nach Schätzungen der UNEP
über rund 177.000 Quadratkilometer - dies entspricht etwa
der Hälfte der Fläche Deutschlands. Die Schätzung
bleibt allerdings ungenau, merkt die UNEP an, weil über die
Bestände vor der westlichen Küsten Afrikas und Südamerikas
keine Zahlen vorliegen. An dem Atlas haben 58 Wissenschaftler
unter der Leitung des britischen "UNEP World Conservation
Monitoring Centre" in Cambridge mitgewirkt.

©
Alex
Stewart
Auch der
Suppenschildkröte dient das Seegras als Lebensraum.
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Seegraswiesen bieten nach Aussage
der Forscher Lebensraum für so unterschiedliche Tiere wie
Fische, Seekühe, Dugongs, Meeresschildkröten oder Seepferdchen.
Die Wiesen schützen Korallenriffe vor Sedimentablagerungen
und die Küsten vor Sturmschäden. Sie klären das
Wasser und beherbergen zahlreiche andere Pflanzen zwischen ihren
Blättern.
Zu den Seegräsern zählen
über 60 sehr unterschiedliche Arten. Die längsten Gräser
in den Unterwasserwiesen vor der japanischen Küste erreichen
eine Blattlänge von vier Metern, die kürzesten vor der
brasilianischen Küste werden nur zwei bis drei Zentimeter
lang. Sie alle sind von dem stetigen Rückgang betroffen,
belegt die UNEP in einem jetzt veröffentlichten "Weltatlas
der Seegräser".
Der 15-prozentige Rückgang
innerhalb der letzten Dekade solle bis zum Jahr 2010 umgekehrt
werden, erklärte UNEP- Exekutivdirektor Klaus Töpfer
anlässlich der Präsentation des Buches. Bedroht seien
die Wiesen vor allem durch Schifffahrt und Fischerei, durch den
globalen Klimawandel sowie die Einleitung von Schadstoffen ins
Meer.
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