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Untersuchung:
Militär-Sonar könnte Wale töten
Sonarsignale von Kriegsschiffen
lassen Wale möglicherweise zu schnell auftauchen und stranden.
(jkm) - Von Sonargeräten
ausgesandte Schallwellen können bei Walen möglicherweise
Symptome ähnlich der Taucherkrankheit auslösen. Neue
Belege für diese Vermutung präsentieren britische und
spanische Wissenschaftler im Magazin "Nature". In den
Kadavern gestrandeter Schnabelwale fanden sie zahlreiche Blutungen
sowie Embolien und Hohlräume, wie sie durch Gasblasen in
Blut und Gewebe verursacht werden.
Paul Jepson von der Zoological
Society of London und seine Kollegen führten Autopsien an
14 Schnabelwalen durch, die im September letzten Jahres an den
Kanarischen Inseln gestrandet waren. Kurz zuvor hatten dort im
Rahmen eines internationalen Flottenmanövers Sonarübungen
begonnen. Möglicherweise hätten die intensiven Schallwellen
die Tiere zu einem unnatürlich raschen Aufstieg zur Wasseroberfläche
bewegt oder aber direkt die Bildung der Gasblasen ausgelöst,
schreiben die Forscher.
Bei längeren Tauchgängen
reichern sich Blut und Gewebe mit Stickstoff aus der Atemluft
an, der bei einem zu raschen Aufstieg ausperlt - ähnlich
wie beim Öffnen einer Sprudelflasche. Die Gasbläschen
schädigen das Gewebe direkt, stören die Blutzirkulation
und können Entzündungsprozesse auslösen. Die Resultate
der Autopsien lassen laut Jepson und Kollegen vermuten, dass diese
Dekompressionskrankheit nicht nur menschliche Taucher, sondern
auch Wale treffen kann.
Strandungen in räumlicher
oder zeitlicher Nähe zu Manövern waren bereits früher
aufgetreten. Nach Ansicht der Forscher müssen weitere Untersuchungen
zum Zusammenhang zwischen Sonar und Strandungen durchgeführt
werden. Möglicherweise sei es aber angebracht, Sonaraktivitäten
aus Rücksicht auf die Umwelt weiter einzuschränken.
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