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- 08.10.2003 -

 

 

 

 

 


 

Untersuchung:

Militär-Sonar könnte Wale töten

Sonarsignale von Kriegsschiffen lassen Wale möglicherweise zu schnell auftauchen und stranden.

(jkm) - Von Sonargeräten ausgesandte Schallwellen können bei Walen möglicherweise Symptome ähnlich der Taucherkrankheit auslösen. Neue Belege für diese Vermutung präsentieren britische und spanische Wissenschaftler im Magazin "Nature". In den Kadavern gestrandeter Schnabelwale fanden sie zahlreiche Blutungen sowie Embolien und Hohlräume, wie sie durch Gasblasen in Blut und Gewebe verursacht werden.

Paul Jepson von der Zoological Society of London und seine Kollegen führten Autopsien an 14 Schnabelwalen durch, die im September letzten Jahres an den Kanarischen Inseln gestrandet waren. Kurz zuvor hatten dort im Rahmen eines internationalen Flottenmanövers Sonarübungen begonnen. Möglicherweise hätten die intensiven Schallwellen die Tiere zu einem unnatürlich raschen Aufstieg zur Wasseroberfläche bewegt oder aber direkt die Bildung der Gasblasen ausgelöst, schreiben die Forscher.

Bei längeren Tauchgängen reichern sich Blut und Gewebe mit Stickstoff aus der Atemluft an, der bei einem zu raschen Aufstieg ausperlt - ähnlich wie beim Öffnen einer Sprudelflasche. Die Gasbläschen schädigen das Gewebe direkt, stören die Blutzirkulation und können Entzündungsprozesse auslösen. Die Resultate der Autopsien lassen laut Jepson und Kollegen vermuten, dass diese Dekompressionskrankheit nicht nur menschliche Taucher, sondern auch Wale treffen kann.

Strandungen in räumlicher oder zeitlicher Nähe zu Manövern waren bereits früher aufgetreten. Nach Ansicht der Forscher müssen weitere Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Sonar und Strandungen durchgeführt werden. Möglicherweise sei es aber angebracht, Sonaraktivitäten aus Rücksicht auf die Umwelt weiter einzuschränken.

 

 Mehr Informationen:

Institute of Zoology, Zoological Society of London

Greenpeace

Schnabelwale

vista verde: Meeressäuger

 

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