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- 01.10.2003 -

 

 


 

Die Freiheit im Blut: Raubtiere in Zoos werden oft krank

Raubtiere leiden in Gefangenschaft umso stärker, je größer ihr Jagdraum in der Natur normalerweise ist.

London (dpa) - Eisbären, Löwen oder asiatische Elefanten zum Beispiel sind einer Untersuchung britischer Wissenschaftler zufolge besonders anfällig dafür, ein stereotypes Verhalten zu entwickeln, etwa den Kopf rhythmisch hin- und herzuschwenken. Im britischen Fachblatt «Nature» (Bd. 425, S. 473) fordern die Wissenschaftler deshalb, in Zoos die Haltungsbedingungen der Tiere wesentlich zu verbessern oder am besten ganz auf diese Tierarten zu verzichten. In Deutschland wollen die Bundesländer das Halten von wilden Tieren wie Affen, Elefanten und Bären in Zirkusbetrieben verbieten.

 


© ArtToday

Polarbären: In Gefangenschaft steht ihnen nur ein Millionstel ihres natürlichen Lebensraums zur Verfügung.

 

Experten wissen bereits seit längerem, dass einige Tierarten - etwa Schneeleoparden - in Gefangenschaft recht gut gedeihen, während andere gesundheitliche Probleme und Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Warum das so ist, haben Ros Clubb und Georgia Mason von der Universität Oxford untersucht. Tiere mit großen natürlichen Territorien neigen ihrer Studie zufolge in Gefangenschaft eher dazu, permanent im Käfig oder Freigelände auf- und abzuschreiten. Dazu gehören zum Beispiel Eisbären, denen in Gefangenschaft nur ein Millionstel ihres natürlichen Lebensraums zur Verfügung steht.

Weiter fanden die Wissenschaftler, dass auch mehr Jungtiere dieser Arten in Gefangenschaft sterben. Oftmals sei dies auf eine schlechte Versorgung durch die Mütter zurückzuführen, schreiben die Forscher. Das Unterdrücken natürlicher Verhaltensmuster in Gefangenschaft fördere nicht nur Stress und Frust, sondern störe auch die Entwicklung solcher Gehirnregionen, die für das Verhalten zuständig sind.

In einem Ende September von Hessen eingebrachten Antrag des Bundesrates heißt es: «Wildtiere stellen besonders hohe Anforderungen an ihre Unterbringung, Ernährung und Pflege.» Wanderzirkusse könnten diese Ansprüche oft nicht erfüllen, denn die Tiere müssten einen Großteil ihres Lebens in Wagen verbringen. Auf Antrag Hessens forderte die Länderkammer die Regierung Ende September auf, ein solches Verbot mit Übergangsfristen auf den Weg zu bringen.

 

 Mehr Informationen:

University of Oxford

Zootiere und Tierschutz

Eisbär (Ursus maritimus)

Rainer Maria Rilke:
Der Panther

vista verde: Tierschutz

 

 Lesen Sie auch:

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