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Aquarien: Bedarf von 20 Millionen Tropenfischen
jährlich
Europa und die USA importieren
jährlich über 20 Millionen tropische Fische.
(jkm) - Insgesamt 1.471 verschiedene
Arten werden gefangen, um den Rest ihres Lebens in öffentlichen
oder privaten Aquarien zu verbringen. Das geht aus einem Bericht
hervor, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) jetzt
vorgelegt hat. Aquarienbesitzer kaufen zudem jährlich rund
10 Millionen weitere Meerestiere wie Schnecken, Garnelen und Anemonen
sowie 12 Millionen Korallen.
Das Handelsvolumen der Zierfische
beträgt bis zu 280 Millionen Euro jährlich. Die meisten
Tiere werden aus Südostasien exportiert, einige Meerestiere
auch aus Indien und von Inseln im Pazifischen Ozean. Mit dem jetzt
vorgelegten Bericht habe man erstmals verlässliche Zahlen
über den Zierfischhandel, erklärte UNEP-Direktor Klaus
Töpfer.

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ArtToday
Schmetterlingsfisch
vor Borneo: Etwa 20 Millionen tropische Fische landen
jährlich in Aquarien.
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"Die Pflege tropischer Fische
erfreut nicht nur Millionen Menschen, sie ist auch Grundlage eines
wichtigen und weitgehend legalen Wirtschaftszweiges", so
Töpfer; "der globale Handel mit Meerstieren stellt auf
der einen Seite ein deutliches Risiko für Ökosysteme
wie etwa Korallenriffe dar, auf der anderen bietet er der lokalen
Fischerei dringend benötigte Einnahmen." Der Zierfischhandel
könne helfen, die Armut in den Entwicklungsländern zu
beheben, meint der UNEP-Direktor.
Während die Fische für
Süßwasser-Aquarien heutzutage zu 90 Prozent aus Fischzuchten
stammen, werden Tiere für Meerwasser-Aquarien überwiegend
wild gefangen. Geschehe dies nicht auf angemessene Art und Weise,
könnten besonders den Korallenriffen unumkehrbare Schäden
zugefügt werden, warnt der UNEP-Bericht.
"Eine Minderheit von Fischern
setzt in Ländern wie Indonesien zum Fischfang Natriumcyanid
ein", kritisiert Colette Wabnitz, Co-Autorin des Berichts.
Die Chemikalie betäubt die Zierfische, tötet aber gleichzeitig
eine Reihe anderer Meerestiere und schädigt die Korallen.
Zwar überleben mit Natriumcyanid betäubte Fische den
Transport, ihre Lebenserwartung ist aber wegen Leberschäden
stark vermindert.
Die UNEP spricht sich gegen den
Raubbau aus, weil dieser nicht nur die Natur schädigt, sondern
auch den Markt zerstört. Während im Jahr 2000 für
ein Kilogramm Aquarienfisch von den Malediven rund 500 US-Dollar
gezahlt wurden, ließen sich mit der gleichen Menge Fisch
aus Korallenriffen nur 6 US-Dollar erzielen. Ein tier- und umweltfreundlicher
Fang sei auch im Interesse der Aquarienbesitzer, betont der UNEP-Bericht.
Diese sollten darauf achten, nur schonend gefangene und damit
gesündere Tiere zu erwerben.
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