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- 01.10.2003 -

 

 


 

Aquarien: Bedarf von 20 Millionen Tropenfischen jährlich

Europa und die USA importieren jährlich über 20 Millionen tropische Fische.

(jkm) - Insgesamt 1.471 verschiedene Arten werden gefangen, um den Rest ihres Lebens in öffentlichen oder privaten Aquarien zu verbringen. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) jetzt vorgelegt hat. Aquarienbesitzer kaufen zudem jährlich rund 10 Millionen weitere Meerestiere wie Schnecken, Garnelen und Anemonen sowie 12 Millionen Korallen.

Das Handelsvolumen der Zierfische beträgt bis zu 280 Millionen Euro jährlich. Die meisten Tiere werden aus Südostasien exportiert, einige Meerestiere auch aus Indien und von Inseln im Pazifischen Ozean. Mit dem jetzt vorgelegten Bericht habe man erstmals verlässliche Zahlen über den Zierfischhandel, erklärte UNEP-Direktor Klaus Töpfer.

 


© ArtToday

Schmetterlingsfisch vor Borneo: Etwa 20 Millionen tropische Fische landen jährlich in Aquarien.

 

"Die Pflege tropischer Fische erfreut nicht nur Millionen Menschen, sie ist auch Grundlage eines wichtigen und weitgehend legalen Wirtschaftszweiges", so Töpfer; "der globale Handel mit Meerstieren stellt auf der einen Seite ein deutliches Risiko für Ökosysteme wie etwa Korallenriffe dar, auf der anderen bietet er der lokalen Fischerei dringend benötigte Einnahmen." Der Zierfischhandel könne helfen, die Armut in den Entwicklungsländern zu beheben, meint der UNEP-Direktor.

Während die Fische für Süßwasser-Aquarien heutzutage zu 90 Prozent aus Fischzuchten stammen, werden Tiere für Meerwasser-Aquarien überwiegend wild gefangen. Geschehe dies nicht auf angemessene Art und Weise, könnten besonders den Korallenriffen unumkehrbare Schäden zugefügt werden, warnt der UNEP-Bericht.

"Eine Minderheit von Fischern setzt in Ländern wie Indonesien zum Fischfang Natriumcyanid ein", kritisiert Colette Wabnitz, Co-Autorin des Berichts. Die Chemikalie betäubt die Zierfische, tötet aber gleichzeitig eine Reihe anderer Meerestiere und schädigt die Korallen. Zwar überleben mit Natriumcyanid betäubte Fische den Transport, ihre Lebenserwartung ist aber wegen Leberschäden stark vermindert.

Die UNEP spricht sich gegen den Raubbau aus, weil dieser nicht nur die Natur schädigt, sondern auch den Markt zerstört. Während im Jahr 2000 für ein Kilogramm Aquarienfisch von den Malediven rund 500 US-Dollar gezahlt wurden, ließen sich mit der gleichen Menge Fisch aus Korallenriffen nur 6 US-Dollar erzielen. Ein tier- und umweltfreundlicher Fang sei auch im Interesse der Aquarienbesitzer, betont der UNEP-Bericht. Diese sollten darauf achten, nur schonend gefangene und damit gesündere Tiere zu erwerben.

 

 Mehr Informationen:

UNEP

Über Korallenriffe

vista verde: Artenschutz

 

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