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Naturschützer: Kein Ende der Waldvernichtung
am Amazonas
Die Vernichtung der Wälder
im brasilianischen Amazonas-Gebiet geht nach Darstellung von Naturschützern
ungebremst voran.
Frankfurt/Main (dpa) - «Es
wird großflächig abgeholzt», sagte Manfred Niekisch
vom Vorstand der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) am
Montag in Frankfurt nach der Rückkehr von einer Reise nach
Brasilien. Der Holzeinschlag sei nicht mehr wichtig. Mit den Rodungen
solle Platz für Soja-Anbau und Rinderhaltung geschaffen werden.
Ein möglicher Rückgang der Holzexporte sei deshalb kein
Grund zur Entwarnung.
Die Informationslage in Brasilien
sei schlecht, und es gebe auch bewusste Falschmeldungen über
einen angeblichen Rückgang der Rodungen, sagte Niekisch,
der an der Universität Greifswald die Professur für
Internationalen Naturschutz inne hat. Nach Schätzungen der
ZGF wurden 2002 am Amazonas 25.000 Quadratkilometer Wald vernichtet,
40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Weltweit verschwinde jährlich
eine Waldfläche von 120.000 Quadratkilometern, sagte ZGF-
Geschäftsführer Christof Schenck.
Die Naturschutzorganisation,
die sich in der Tradition des früheren Frankfurter Zoodirektors
Bernhard Grzimek sieht, unterstützt nach eigenen Angaben
80 Projekte in rund 30 Ländern der Welt. Hauptziel sei die
Erhaltung der Artenvielfalt, sagte Schenck. Schwerpunkt ist der
Naturschutz in Afrika, in den etwa die Hälfte der ZGF-Ausgaben
fließt. Im vergangenen Jahr gab die Gesellschaft rund 4
Millionen Euro für Naturschutz-Projekte aus. Von den Einnahmen
von 5,5 Millionen Euro kamen fast 72 Prozent aus Erbschaften,
der Rest von den 4000 Mitgliedern und anderen Spendern.
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