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- 25.09.2003 -

 

 

 

 

 


 

Tierschutzbund: Viele Zirkusse halten Wildtiere nicht artgerecht

In den meisten der schätzungsweise 200 bis 250 Wanderzirkusse in Deutschland werden Wildtiere nach Meinung von Tierschützern nicht artgerecht gehalten.

Bonn (dpa) - Der Referent für Natur- und Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund, Torsten Schmidt, sagte in einem dpa-Gespräch in Bonn: «In diesen zumeist kleinen Betrieben besteht zunächst das generelle Problem, dass die Tiere in den Käfigen nicht ausreichend Bewegung haben.» Hinzu komme, dass exotische Tiere wie Bären, Elefanten und Löwen im Gegensatz zu Hunden oder Hauskatzen besonders hohe Ansprüche an die Pflege oder das Futter hätten. In vielen Zirkussen verfügten die Mitarbeiter jedoch nur über wenig Sachkunde.

Von diesen Missständen sind nach Erkenntnis der Tierschützer Bären und Großkatzen wie Löwen oder Tiger besonders betroffen. In acht von zehn Fällen, in denen sich Tierärzte beim Tierschutzbund nach einer Zuflucht für ein vernachlässigtes Tier erkundigten, handele es sich um ein Exemplar aus diesen Gruppen. «Großkatzen brauchen viel Bewegung und Bären kletterten gern oder graben häufig nach Futter.» Das sei in den oft engen Käfigen nicht möglich.

«Aber auch Elefanten oder Affen leiden unter dem Leben im Zirkus», berichtete Schmidt. In den vergangenen zehn Jahren sei etwa jeder dritte Zirkus-Elefant gestorben. Derzeit gebe es rund 100 Elefanten in den Zirkussen Deutschlands, schätzte Schmidt. «Die Pflege eines Elefanten ist sehr schwierig.» Er brauche ein warmes Zelt, einen festen Stall und die ständige Aufsicht eines Tierarztes. Affen seien ihrerseits auf einen großen Sozialverband angewiesen, den kaum ein Betrieb garantieren könne.

«Deshalb sollte im Zirkus generell auf die Wildtierhaltung verzichtet werden», zitierte Schmidt die grundsätzliche Forderung seines Vereins. Im Bundesrat soll an diesem Freitag auf Initiative Hessens über das Verbot der Haltung von Wildtieren im Zirkus diskutiert werden.

Schmidt forderte ferner, in einer Zentraldatei die Daten aller Betriebe zu erfassen, um zu wissen, wo sich der Zirkus aufhalte und wer dessen Eigentümer sei. Das bedeute auch, dass jeder Zirkus ein Winterquartier beziehen müsse, in dem die Tiere etwas besser untergebracht werden könnten als während der Reise.

 


© ArtToday

Besonders belastend sind für Wildtiere Strapazen bei nicht artgerechter Dressur.

 Mehr Informationen:

Deutscher Tierschutzbund

Vier Pfoten: Zirkustiere

vista verde: Tierschutz

 

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