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Primatenforschung:
Affen haben einen Sinn für Gerechtigkeit
Auch Affen haben einen Sinn
für Gerechtigkeit, berichten amerikanische Wissenschaftler
nach Verhaltenstests mit Kapuzineraffen.
London (dpa) - Werden Affen im
Vergleich zu ihren Artgenossen ungerecht behandelt, reagieren
sie trotzig und verzichten sogar auf Belohnungen, die ihnen sonst
verlockend erscheinen, berichten amerikanische Wissenschaftler
im britischen Fachblatt «Nature» (Bd. 425, S. 297).
Dies Ergebnis aus Verhaltenstests deute darauf hin, dass nicht
nur Menschen, sondern auch andere soziale Primaten Ungerechtigkeiten
ablehnen.

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Frans de Waal, Emory University/Nature/dpa
Wer hat mehr?
Zwei Kapuzineraffen, die sich ein Stück Nahrung teilen.
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Für ihre Versuche trainierten
Sarah Brosnan und Frans de Waal von der Emory Universität
in Atlanta (US-Bundesstatt Georgia) zunächst Kapuzineraffen
darauf, Spielsteine gegen ein Stückchen Gurke einzutauschen.
Um den Gerechtigkeitssinn der Affen auf die Probe zu stellen,
erhielt einer von zwei Affen dann für einen Spielstein statt
der Gurke eine viel begehrtere Weintraube.
Beobachtete der andere Affe diese
ungerechte Behandlung, weigerte er sich danach, seinen eigenen
Spielstein einzutauschen oder verschmähte nach dem Tausch
trotzig die die kulinarische Belohnung. Diese «Verweigerungshaltung»
wurde noch ausgeprägter, wenn der Versuchsleiter dem einen
Affen eine Weintraube gab, ohne dass dieser irgendetwas dafür
tun musste. Die Empörung der benachteiligten Affen ging soweit,
dass sie gelegentlich sogar den Spielstein oder die Belohnung
aus der Versuchskammer schmissen.
Besonders erstaunlich sei, dass
die Tiere freiwillig auf eine Leckerei verzichteten, die sie sonst
unter fast allen denkbaren Umständen ohne Zögern akzeptierten,
schreiben die Wissenschaftler. So verlief der Tauschhandel meist
ohne Probleme, wenn die Forscher einem Affen ein Stück Gurke
statt einer ebenfalls sichtbaren Weintraube anboten, während
kein weiterer Affe in der Versuchskammer anwesend war. Dies zeige,
dass die Tiere ihre eigene Belohnung mit der anderer verglichen.
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