vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 03.09.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Südafrika: Chinas seltene Tiger auf Fortbildungs-Lehrgang

Zwei Jungtiere der vom Aussterben bedrohten chinesischen Tiger sollen in Südafrika das Überleben in der Natur erlernen.

Von Ralf E. Krüger, dpa

Pretoria (dpa) - In Südafrika ist der Tiger los. «Cathay» und «Hope» heißen die beiden Jungtiere, die zu Wochenbeginn auf einen Fortbildungskurs in Sachen Jagd und Überleben in die Wildnis geschickt wurden. Ihre Ankunft stellt zugleich die Schulweisheit auf den Kopf, wonach es in Afrika keine Tiger gibt. Die chinesischen Tiger im Alter von sechs und sieben Monaten aus dem Zoo in Schanghai bilden die Vorhut von bis zu sieben weiteren Tieren. Durch das ebenso ungewöhnliche wie ehrgeizige Naturschutz-Projekt sollen sie vor dem Aussterben gerettet werden. «In freier Wildbahn gibt es weltweit nur noch 30 chinesische Tiger», erklärte die Initiatorin des Projekts und Gründerin der britischen Initiative «Rettet Chinas Tiger», Li Quan.

Bei ihren zahlreichen Reisen war sie in Südafrika so von der Expertise dortiger Wildhüter beeindruckt, dass spontan die Idee einer Auswilderungsaktion für einige der rund 60 in Zoos gehaltenen China- Tiere entstand. Sie sollen zunächst ans Leben in der Wildnis gewöhnt und dann ab 2008 in ihrer Heimat in einem noch zu schaffenden Naturreservat ausgesetzt werden. Ihr Projekt steht in Konkurrenz zu einem anderen Tiger-Programm, an dem sich die unternehmungslustige Chinesin zunächst beteiligen wollte, aber im Streit Abstand nahm. Dabei geht es weniger um ein Auswilderungs-, als ein Zuchtprogramm, das die südafrikanischen Brüder Dave und John Varty starteten.

 


© dpa

Eines der beiden Jungtiere am Dienstag in der Quarantänestation des Zoos von Pretoria

 

Fotos von zwei mächtigen Bengal-Tigern, die durch die Hügellandschaft der zentralen Freistaat-Provinz Südafrikas streifen, entfachten eine engagierte und kontroverse Debatte über dieses Projekt. Die aus einem kanadischen Zoo stammenden Tiere sollen in dem halbtrockenen Klima ihre Heimat finden und für Nachwuchs sorgen. Kritiker halten dem Projekt vor, das die Umgebung nicht dem natürlichen Lebensraum der Tiere entspreche und Tiger nichts in Afrika zu suchen hätten. Li Quan tut solche Argumente mit der Bemerkung ab: «Das korrekte Habitat mit der verkehrten Infrastruktur - wie in diesem Fall in China - wird fehlschlagen. Es ist eher wahrscheinlich, dass das falsche Habitat mit der richtigen Infrastruktur und der nötigen Expertise erfolgreich sein wird.»

Ihr Ansatz setzt auf Unterstützung der südafrikanischen wie auch der chinesischen Regierung. Das siebenmonatige Weibchen «Cathay» soll sich mit dem sechsmonatigen Männchen «Hope» nun erst einmal im Zoo von Pretoria akklimatisieren. Danach stehen im nahe gelegenen, 500 Hektar großen Makopani-Wildpark erste Lektionen in Sachen Jagd an. Die «Tiger-Babies» gehören zur ältesten Tiger-Art der Welt und sind noch heute in der chinesischen Kultur ein wichtiges Symboltier. Selbst für die Olympischen Spiele in Peking in 2008 gibt es Pläne, den seltenen China-Tiger zum offiziellen Maskottchen zu erklären.

 

 Mehr Informationen:

Save China’s Tigers

WWF: Tiger

 

 Lesen Sie auch:

Malaysia: Dem Tiger auf der Spur

Neuer Lebensraum: Mehr Sibirische Tiger streunen wieder durch China

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung