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Südafrika: Chinas seltene Tiger
auf Fortbildungs-Lehrgang
Zwei Jungtiere der vom Aussterben
bedrohten chinesischen Tiger sollen in Südafrika das Überleben
in der Natur erlernen.
Von Ralf E. Krüger, dpa
Pretoria (dpa) - In Südafrika
ist der Tiger los. «Cathay» und «Hope»
heißen die beiden Jungtiere, die zu Wochenbeginn auf einen
Fortbildungskurs in Sachen Jagd und Überleben in die Wildnis
geschickt wurden. Ihre Ankunft stellt zugleich die Schulweisheit
auf den Kopf, wonach es in Afrika keine Tiger gibt. Die chinesischen
Tiger im Alter von sechs und sieben Monaten aus dem Zoo in Schanghai
bilden die Vorhut von bis zu sieben weiteren Tieren. Durch das
ebenso ungewöhnliche wie ehrgeizige Naturschutz-Projekt sollen
sie vor dem Aussterben gerettet werden. «In freier Wildbahn
gibt es weltweit nur noch 30 chinesische Tiger», erklärte
die Initiatorin des Projekts und Gründerin der britischen
Initiative «Rettet Chinas Tiger», Li Quan.
Bei ihren zahlreichen Reisen
war sie in Südafrika so von der Expertise dortiger Wildhüter
beeindruckt, dass spontan die Idee einer Auswilderungsaktion für
einige der rund 60 in Zoos gehaltenen China- Tiere entstand. Sie
sollen zunächst ans Leben in der Wildnis gewöhnt und
dann ab 2008 in ihrer Heimat in einem noch zu schaffenden Naturreservat
ausgesetzt werden. Ihr Projekt steht in Konkurrenz zu einem anderen
Tiger-Programm, an dem sich die unternehmungslustige Chinesin
zunächst beteiligen wollte, aber im Streit Abstand nahm.
Dabei geht es weniger um ein Auswilderungs-, als ein Zuchtprogramm,
das die südafrikanischen Brüder Dave und John Varty
starteten.

©
dpa
Eines der
beiden Jungtiere am Dienstag in der Quarantänestation
des Zoos von Pretoria
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Fotos von zwei mächtigen
Bengal-Tigern, die durch die Hügellandschaft der zentralen
Freistaat-Provinz Südafrikas streifen, entfachten eine engagierte
und kontroverse Debatte über dieses Projekt. Die aus einem
kanadischen Zoo stammenden Tiere sollen in dem halbtrockenen Klima
ihre Heimat finden und für Nachwuchs sorgen. Kritiker halten
dem Projekt vor, das die Umgebung nicht dem natürlichen Lebensraum
der Tiere entspreche und Tiger nichts in Afrika zu suchen hätten.
Li Quan tut solche Argumente mit der Bemerkung ab: «Das
korrekte Habitat mit der verkehrten Infrastruktur - wie in diesem
Fall in China - wird fehlschlagen. Es ist eher wahrscheinlich,
dass das falsche Habitat mit der richtigen Infrastruktur und der
nötigen Expertise erfolgreich sein wird.»
Ihr Ansatz setzt auf Unterstützung
der südafrikanischen wie auch der chinesischen Regierung.
Das siebenmonatige Weibchen «Cathay» soll sich mit
dem sechsmonatigen Männchen «Hope» nun erst einmal
im Zoo von Pretoria akklimatisieren. Danach stehen im nahe gelegenen,
500 Hektar großen Makopani-Wildpark erste Lektionen in Sachen
Jagd an. Die «Tiger-Babies» gehören zur ältesten
Tiger-Art der Welt und sind noch heute in der chinesischen Kultur
ein wichtiges Symboltier. Selbst für die Olympischen Spiele
in Peking in 2008 gibt es Pläne, den seltenen China-Tiger
zum offiziellen Maskottchen zu erklären.
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