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- 22.08.2003 -

 

 

 


 

Island: Walfang löst Welle von Reiseabsagen aus

Die Tourismus-Branche auf Island klagt über eine zunehmende Welle von Reiseabsagen aus Europa und den USA wegen der Wiederaufnahme des Walfangs.

Reykjavik/Stockholm (dpa) - Nach Angaben der Internetagentur NFI in Reykjavik sind bei Reiseveranstaltern seit Bekanntwerden der erneuten Jagd auf Zwergwale Absagen aus Großbritannien, den USA und Frankreich eingegangen. «Wir meinen, dass das erst der Anfang ist», erklärte die Marketing-Managerin von Iceland Travel, Sigrun Sigmundsdottir.

Mitte der Woche hatten 21 europäische Reiseveranstalter, darunter auch der weltweit größte Reisekonzern TUI, in einem Schreiben an die isländische Regierung appelliert, die Freigabe von 38 Zwergwalen zur Jagd für wissenschaftliche Zwecke noch einmal zu überdenken. Es hieß unter anderem, Island gelte als einer der weltweit besten Plätze, um Wale und Delfine zu beobachten.

 


© ArtToday

Kamera statt Harpune: 1998 sind in Europa über 11 Millionen Euro mit Wal-Tourismus verdient worden, in Australien im gleichen Jahr sogar mehr als 35 Millionen. (Quelle: WDCS; Wale im Bild: Orcas)

 

Fleisch der ersten erlegten Wale findet reißenden Absatz

Die Wale sollen bis Mitte September erlegt werden. Die isländische Regierung begründet die Jagd auf die nicht als bedroht geltende Art damit, dass die Essgewohnheiten der Meeressäuger mit Blick auf die Fischbestände rund um Island erforscht werden müssten. Tierschützer weisen diese Argumentation zurück und werfen den Walfängern vor, mit angeblichen wissenschaftlichen Begründungen ihre kommerziellen Interessen kaschieren zu wollen. Der schwedische Rundfunk berichtete am Freitag aus Reykjavik, dass das Fleisch der ersten erlegten Wale in Reykjavik reißenden Absatz gefunden habe. Die Fänger hatten zuvor Teile der Tiere beim isländischen Meeresforschungsinstitut abgeliefert.

 

 Mehr Informationen:

Icelandic fisheries

IWC

Wale

Zwergwal

Walfang

vista verde: Meeressäuger

 

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