vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   A r t e n v i e l f a l t

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 21.08.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Insekten:

Geschlechtsgen der Biene identifiziert

Viele männliche Bienen haben keinen Vater. Warum das so ist, haben Forscher jetzt herausgefunden.

(jkm) - Bienen brauchen keinen Vater, um als männliches Tier auf die Welt zu kommen. Diese Tatsache ist schon seit den Beobachtungen des Polen Johann Dzierzon im Jahr 1845 bekannt. Den verantwortlichen genetischen Code konnten Forscher erst jetzt entschlüsselt. Die Informationen könnten die Bienenzucht vereinfachen.

Einer Gruppe deutscher, amerikanischer und norwegischer Forscher gelang die Identifizierung des Geschlechtsgens csd (für "complementary sex determiner"). Im Magazin "Cell" berichten die Wissenschaftler, dass weibliche Bienen zwei verschiedene Versionen des Gens csd besitzen. Jedes Elternteil steuert jeweils eine Version bei. Das Gen zeichnet für ein Protein verantwortlich, welches die Entwicklung zur weiblichen Biene anstößt.

Unbefruchtete Eier, die nur die csd-Version der Mutter besitzen, entwickeln sich dagegen zu männlichen Exemplaren. Dies trifft auf etwa ein Fünftel aller Bienen sowie Ameisen und Wespen zu. Der verantwortliche Gen-Mechanismus war bisher unbekannt.

Das Rätsel lösten jetzt Martin Beye und Martin Hasselmann von der Martin Luther Universität in Halle/Wittenberg zusammen mit amerikanischen Kollegen. Sie konnten bei Honigbienen 19 verschiedene Versionen des csd-Gens aufspüren. Die Gene werden innerhalb von nur 12 Stunden nach der Eiablage aktiviert.

In Zusammenarbeit mit Stig Omholt von der Landwirtschaftlichen Universität Norwegen gelang es den Forschern, die csd-Gene zu blockieren. Aus weiblichen Eiern entwickelten sich danach Insekten mit männlichen Keimdrüsen. Bei männlichen Eiern zeigte die Blockade keine Auswirkungen.

Das csd-Gen kann auch die Folgen von Inzucht bei Bienen erklären: Bei Inzucht landen zwei identische csd-Paare im Ergut, die Eier entwickeln sich zu sterilen Männchen. Arbeitsbienen töten betroffene Tiere schon im Larvenstadium. Die jeweiligen Völker können auf diese Weise schnell aussterben. Nachdem die genetischen Zusammenhänge bekannt seien, könnten Bienenzüchter künftig gentechnisch in die Fortpflanzung ihrer Tiere eingreifen, meinen die Forscher.

 

 Mehr Informationen:

Arthropoda: Bienen, Hummeln, Wespen

vista verde: Insekten

 

 Lesen Sie auch:

Bienen mit Computer-Chip: "Big Brother" überwacht Nesteingang

Insekten: Jede Hummel hat ihren Suchstil

NABU: Deutschland droht "Bestäubungskrise" durch Bienenmangel

Bienen: Gut geheizte Kinderstube macht klüger

Imker schlagen Alarm: In Deutschland werden die Bienen knapp

Bienen: NABU und Imker fordern Verbot für Insektizid

Kalifornien: Landwirtschaft dezimiert einheimische Bestäuber

Heiße Bienen sorgen für Nestwärme

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung