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Insekten:
Geschlechtsgen der Biene identifiziert
Viele männliche Bienen
haben keinen Vater. Warum das so ist, haben Forscher jetzt herausgefunden.
(jkm) - Bienen brauchen keinen
Vater, um als männliches Tier auf die Welt zu kommen. Diese
Tatsache ist schon seit den Beobachtungen des Polen Johann Dzierzon
im Jahr 1845 bekannt. Den verantwortlichen genetischen Code konnten
Forscher erst jetzt entschlüsselt. Die Informationen könnten
die Bienenzucht vereinfachen.
Einer Gruppe deutscher, amerikanischer
und norwegischer Forscher gelang die Identifizierung des Geschlechtsgens
csd (für "complementary sex determiner"). Im Magazin
"Cell" berichten die Wissenschaftler, dass weibliche
Bienen zwei verschiedene Versionen des Gens csd besitzen. Jedes
Elternteil steuert jeweils eine Version bei. Das Gen zeichnet
für ein Protein verantwortlich, welches die Entwicklung zur
weiblichen Biene anstößt.
Unbefruchtete Eier, die nur die
csd-Version der Mutter besitzen, entwickeln sich dagegen zu männlichen
Exemplaren. Dies trifft auf etwa ein Fünftel aller Bienen
sowie Ameisen und Wespen zu. Der verantwortliche Gen-Mechanismus
war bisher unbekannt.
Das Rätsel lösten jetzt
Martin Beye und Martin Hasselmann von der Martin Luther Universität
in Halle/Wittenberg zusammen mit amerikanischen Kollegen. Sie
konnten bei Honigbienen 19 verschiedene Versionen des csd-Gens
aufspüren. Die Gene werden innerhalb von nur 12 Stunden nach
der Eiablage aktiviert.
In Zusammenarbeit mit Stig Omholt
von der Landwirtschaftlichen Universität Norwegen gelang
es den Forschern, die csd-Gene zu blockieren. Aus weiblichen Eiern
entwickelten sich danach Insekten mit männlichen Keimdrüsen.
Bei männlichen Eiern zeigte die Blockade keine Auswirkungen.
Das csd-Gen kann auch die Folgen
von Inzucht bei Bienen erklären: Bei Inzucht landen zwei
identische csd-Paare im Ergut, die Eier entwickeln sich zu sterilen
Männchen. Arbeitsbienen töten betroffene Tiere schon
im Larvenstadium. Die jeweiligen Völker können auf diese
Weise schnell aussterben. Nachdem die genetischen Zusammenhänge
bekannt seien, könnten Bienenzüchter künftig gentechnisch
in die Fortpflanzung ihrer Tiere eingreifen, meinen die Forscher.
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