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Regenwald:
Mehr Kohlendioxid aus tropischen Waldböden
Rodung und globale Erwärmung
können dazu führen, dass große Mengen des Treibhausgases
Kohlendioxid aus den Böden tropischer Wälder freigesetzt
werden.
(jkm) - Das haben Göttinger
Forscher gemeinsam mit Kollegen aus den Vereinigten Staaten und
Costa Rica ermittelt. Ihre Untersuchungen zeigen, dass die tief
reichenden Waldböden mehr und deutlich mobileren Kohlenstoff
enthalten als bislang angenommen.
"In vielen Teilen der Tropen
sind die Böden viel älter und mit bis zu 50 Metern sehr
viel tiefer als Waldböden in Deutschland, da sie nicht von
den Eiszeiten berührt wurden", erläutert Edzo Veldkamp
von der Universität Göttingen. Bislang sei man davon
ausgegangen, in tiefen Bodenschichten gespeicherte Kohlenstoff-Verbindungen
könnten nicht von Mikroorganismen zu Kohlendioxid abgebaut
werden. Bei ihren Untersuchungen in Costa Rica ermittelten Veldkamp
und seine Kollegen nun, dass dem nicht so ist.
Demnach findet sich ein bedeutender
Teil des im Boden enthaltenen Kohlenstoffs in mehreren Metern
Tiefe, ist für Mikroorganismen jedoch nicht außer Reichweite.
Tatsächlich spielt sich etwa die Hälfte des Mikrobenstoffwechsel
in Tiefen zwischen 0,3 und 3 Metern ab, berichten die Forscher
in den Fachblättern "Global Change Biology" und
"Biogeochemistry". Werden derartige Wälder abgeholzt,
kann es zu einer starken Freisetzung von Kohlendioxid kommen.
Und auch in ungestörten Wäldern nimmt die Atmung in
tiefen Bodenschichten zu, wenn die Temperatur leicht steigt. "Tropische
Regenwälder sollten nicht in andere Landnutzung umgewandelt
werden", so Veldkamp. "Aber selbst dies kann möglicherweise
nicht verhindern, dass sie in Zukunft erhöhte Mengen an Kohlendioxid
abgeben."
Im 20. Jahrhundert ist die globale
Durchschnittstemperatur am Erdboden bzw. über der Meeresoberfläche
um 0,6 Grad Celsius gestiegen. Die Hauptursache sehen die meisten
Wissenschaftler in den zeitgleich gestiegenen Konzentrationen
von Kohlendioxid und Methan in der Atmosphäre. Laut Schätzung
des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) könnten
die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um weitere 1,4 bis 5,8 Grad
steigen, sollte der Ausstoß dieser Treibhausgase nicht reduziert
werden.
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