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Neuengland:
Köder machen Hummer groß
Trotz intensiver Fischerei
geht es den Hummern im Golf von Maine besser denn je. Der Grund
dafür sind die vielen Köder, die die Tiere stehlen.
(jkm) - Während andernorts
die Fischerei zusammenbricht, geht es den Hummern im Golf von
Maine besser denn je. Amerikanische Biologen haben nun eine verblüffende
Erklärung für dieses Phänomen gefunden: Die Krebse
stehlen im großen Stil Fischköder aus Hummerkäfigen
und wachsen daher besonders schnell.

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NOAA/NURP
Amerikanischer
Hummer (Homarus americanus)
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Rund 28.000 Tonnen Amerikanischen
Hummer (Homarus americanus) zogen die "Lobstermen" des
US-Bundesstaats Maine im letzten Jahr aus dem Atlantik - der höchste
Wert seit 1880 und nach Ansicht von Ökologen deutlich mehr,
als die Küstengewässer ernähren können. Phil
Yund von der University of Maine, Walpole, und seine Kollegen
gingen nun dem Verdacht nach, dass die Hummerfischerei selbst
die zusätzliche Nahrung liefert. Mit den Hummerkäfigen
werden nämlich alljährlich mehrere Zehntausend Tonnen
Hering als Köder ins Wasser gelassen.
Den Beleg lieferte das Hummerfleisch
und sein Gehalt an verschiedenen Stickstoff-Isotopen. In Schutzgebieten
entsprach diese Isotopensignatur der üblichen Nahrung der
Hummer - kleineren Krebsen, Seeigeln und Weichtieren. In Gebieten
mit Hummerkäfigen lag der Wert dagegen deutlich näher
an dem von Heringsgewebe, berichteten die Forscher auf dem Treffen
der Ecological Society of America in Savannah, Georgia. Markierungsexperimente
zeigten zudem, dass die Hummer in befischten Gebieten deutlich
schneller wuchsen als ihre Artgenossen in geschützten Regionen.
Bereits früher hatte die
Videoüberwachung von Hummerkäfigen gezeigt, wie die
gewitzten Krebse von außerhalb der Käfige nach den
Ködern langten oder aber - im Falle kleinerer Exemplare -
nach dem Mahl durch das Käfiggitter entfleuchten. Das Diebesgut
kann bis zu 55 Prozent der Hummernahrung ausmachen, schätzen
Yund und sein Team. Diese Entkopplung vom natürlichen Nahrungsangebot
erkläre einerseits die starke Vermehrung der Hummer. Andererseits
könne das unbeabsichtigte Mästen der räuberischen
Krebse Folgen für die übrigen Bodenbewohner im Golf
von Maine haben, fürchten die Forscher.
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