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- 07.08.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Neuengland:

Köder machen Hummer groß

Trotz intensiver Fischerei geht es den Hummern im Golf von Maine besser denn je. Der Grund dafür sind die vielen Köder, die die Tiere stehlen.

(jkm) - Während andernorts die Fischerei zusammenbricht, geht es den Hummern im Golf von Maine besser denn je. Amerikanische Biologen haben nun eine verblüffende Erklärung für dieses Phänomen gefunden: Die Krebse stehlen im großen Stil Fischköder aus Hummerkäfigen und wachsen daher besonders schnell.


© NOAA/NURP

Amerikanischer Hummer (Homarus americanus)

 

Rund 28.000 Tonnen Amerikanischen Hummer (Homarus americanus) zogen die "Lobstermen" des US-Bundesstaats Maine im letzten Jahr aus dem Atlantik - der höchste Wert seit 1880 und nach Ansicht von Ökologen deutlich mehr, als die Küstengewässer ernähren können. Phil Yund von der University of Maine, Walpole, und seine Kollegen gingen nun dem Verdacht nach, dass die Hummerfischerei selbst die zusätzliche Nahrung liefert. Mit den Hummerkäfigen werden nämlich alljährlich mehrere Zehntausend Tonnen Hering als Köder ins Wasser gelassen.

Den Beleg lieferte das Hummerfleisch und sein Gehalt an verschiedenen Stickstoff-Isotopen. In Schutzgebieten entsprach diese Isotopensignatur der üblichen Nahrung der Hummer - kleineren Krebsen, Seeigeln und Weichtieren. In Gebieten mit Hummerkäfigen lag der Wert dagegen deutlich näher an dem von Heringsgewebe, berichteten die Forscher auf dem Treffen der Ecological Society of America in Savannah, Georgia. Markierungsexperimente zeigten zudem, dass die Hummer in befischten Gebieten deutlich schneller wuchsen als ihre Artgenossen in geschützten Regionen.

Bereits früher hatte die Videoüberwachung von Hummerkäfigen gezeigt, wie die gewitzten Krebse von außerhalb der Käfige nach den Ködern langten oder aber - im Falle kleinerer Exemplare - nach dem Mahl durch das Käfiggitter entfleuchten. Das Diebesgut kann bis zu 55 Prozent der Hummernahrung ausmachen, schätzen Yund und sein Team. Diese Entkopplung vom natürlichen Nahrungsangebot erkläre einerseits die starke Vermehrung der Hummer. Andererseits könne das unbeabsichtigte Mästen der räuberischen Krebse Folgen für die übrigen Bodenbewohner im Golf von Maine haben, fürchten die Forscher.

 

 Mehr Informationen:

University of Maine, Phil Yund

Amerikanischer Hummer

 

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