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Einwanderer aus Europa:
Regenwurm bedroht Amerikas Wälder
Von Anglern ausgesetzte europäische
Regenwürmer könnten die Wälder des ganzen nordamerikanischen
Kontinents verändern, meinen amerikanische Ökologen.
(jkm) - Gärtner lieben den
Regenwurm, weil er den Boden durchlüftet und die Humusbildung
fördert. Für amerikanische Ökologen ist er dagegen
ein Schädling, der die Wälder des ganzen nordamerikanischen
Kontinents zu verändern droht. Forscher der University of
Minnesota verglichen ursprüngliche Wälder mit jenen,
in die der europäische Regenwurm bereits eingeschleppt wurde.
Wie sie jetzt berichten, nimmt die pflanzliche Vielfalt deutlich
ab, sobald sich die Würmer durch das Erdreich graben.
Auf der Jahrestagung der Ecological
Society of America berichtete der Ökologe Andy Holdsworth,
an den Wäldern von Minnesota und Wisconsin sei bereits der
Einfluss des europäischen Regenwurms erkennbar. Die Vielfalt
niederer Pflanzen habe sich um 10 bis 20 Prozent verringert, Keimlinge
des Zuckerahorns seien sogar um die Hälfte zurückgegangen.
Dagegen finde man jetzt ausgesprochen dichten Bewuchs durch eine
speziellen Seggen-Art (Carex pensylvanica). Diese Gräser
können auf laubbedecktem Grund schlecht wachsen und profitieren
davon, dass Regenwürmer in großer Zahl welke Blätter
verzehren.
"Die Würmer verändern
mit dem Laubboden die Voraussetzungen für die Saat",
erklärt Forschungsleiter Lee Frelich, "dadurch wird
sich alles verändern, von den Pflanzen über die Insekten
und Vögel bis hin zu den Säugetieren." Ob sich
die heimischen nordamerikanischen Regenwurm-Arten gegen den größeren,
aktiveren Europäer behaupten können, ist noch ungewiss.
Verantwortlich an der Situation
sind Angler, die bevorzugt große europäische Regenwürmer
als Köder benutzen. Offenbar gehen sie nach der Angelpartie
sorglos mit den restlichen Würmern um, denn diese verbreiten
sich ausgehend von Bootshäusern, Anlegestellen und Angelplätzen.
Frelich appelliert deshalb dringend an seine Landsleute, keine
Köder im Wald zu entsorgen.
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