|
Artenschutz:
DNA-Test soll Weißen Hai retten
Der Weiße Hai ist durch
Bejagung bedroht. Mit einem Gentest wollen Forscher seinen Schutz
verbessern.
(jkm) - Der Weiße Hai ist
bedroht. Besonders in asiatischen Ländern wird Jagd auf das
Raubtier gemacht. Seine Flossen landen in der Suppe, sein Kiefer
und schon einzelne Zähne sind begehrte Trophäen. Fischern
ist ein Verstoß gegen das weltweite Fangverbot nicht zu
beweisen, wenn die Beute erst einmal zerteilt und mit den Fängen
nicht geschützter Hai-Arten vermischt wurde. Amerikanische
Forscher versprechen Abhilfe gegen die Ausrottung der bedrohten
Tiere: Ihr DNA-Test identifiziert Weiße Haie selbst dann,
wenn sie nur noch als kleinste Fleischstückchen auf den Labortisch
kommen.
Der Test vereint mehrere genetische
Analyseverfahren in einem Schritt. Die Forscher konnten in ihren
Versuchen Erbgut des Weißen Haies sogar in einem DNA-Gemisch
mit zehn anderen, zum Fang freigegebenen Hai-Arten nachweisen.
Auch getrocknete Haiflossen lassen sich identifizieren, berichten
die Forscher jetzt im Fachmagazin "Conservation Genetics".

©
NOAA
Geht man
von den international beschlossenen Fangverboten aus,
dann müssten die Weißen Haie die am besten
geschützten Tiere der Welt sein.
|
Die Test-Entwickler von der Wildlife
Conservation Society in New York und der Nova Southeastern University
in Florida orientierten sich an Verfahren der Gerichtsmedizin.
"Unser forensischer Test wurde auf Einfachheit hin entwickelt,
während er gleichzeitig sehr genau Spuren des Weißen
Haies aufspürt", erklärt Forschungsleiter Mahmood
Shivji. Er hofft, der DNA-Test werde sich auch zur Identifizierung
weiterer bedrohter Tierarten einsetzen lassen.
Geht man von den international
beschlossenen Fangverboten aus, dann müssten die Weißen
Haie die am besten geschützten Tiere der Welt sein. Tatsächlich
aber ist ihr Bestand im nordwestlichen Atlantik bereits um 79
Prozent geschrumpft, schätzen Biologen.
|