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Wo ist «Kielian»? Ein Wal
sorgt an der Ostsee für Wirbel
Seit Tagen kamen «Waltouristen»
in Scharen an die Kieler Förde, um den jungen Finnwal zu
sehen, der sich dorthin verirrt hatte. Doch der hat nun zurück
in die Ostsee gefunden.
Von Kai Fortelka, dpa
Kiel (dpa) - Wo ist «Kielian»?
Diese Frage hat seit Tagen hunderte großer und kleiner «Waltouristen»
in Kiel bewegt. Täglich kamen sie in Scharen an die Förde,
um einen Blick auf den jungen Finnwal zu werfen, der sich in den
Fluten vor der Landeshauptstadt tummelte und für mächtigen
Wirbel sorgte. Ständig schwamm der 15-Meter-Koloss zwischen
beiden Ufern und dem Hafenbereich hin und her. Am Donnerstag gab
es dann die vorläufige Entwarnung und Erleichterung: Das
junge Tier hat den Weg aus der engen Förde in die freie Ostsee
gefunden. Er sei in der Hohwachter Bucht gesehen worden, bestätigt
die Polizei in Kiel.
Zuvor hatte sich Maren Soltwedel
von der Wasserschutzpolizei noch skeptisch geäußert.
«Ob er den Weg in die offene See findet, ist schwer abzuschätzen.»
Manche Wal-Fans dürften jetzt wohl enttäuscht sein.
«Wir haben mehrere Ausflüge gemacht, um ihn zu sehen,
leider ohne Erfolg», sagte Doris Seydel aus Kiel Stunden
vor dem Verschwinden des Wals aus der Förde. Da half ihrer
vierjährigen Tochter Phyllis auch das Fernglas nicht, dass
sie dabei hatte: «Gute Augen reichen nicht, um ihn zu erkennen»,
sagte das Mädchen und hielt angestrengt Ausschau nach der
«Blas». Sechs Meter hoch kann der schnelle Schwimmer
seine Atemwolke in die Luft pusten.
Beobachter wollen bei dem Riesensäuger
eine Verletzung an der stromlinienförmigen Rückenfinne
entdeckt haben. Die vernarbte Wunde stammt vermutlich von einer
Schiffsschraube. Zudem wird über die Ernährung des sanften
Riesen spekuliert. Der Wal frisst gewöhnlich Fische und Krebse,
soll aber abgemagert sein. «Eine halbe Tonne seines Gewichtes
verspeist das Tier täglich», sagt Boris Culik vom Kieler
Institut für Meereskunde.

©
dpa
Ein rund
15 Meter langer Finnwal hatte sich in die Kieler Förde
verirrt.
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Nach Angaben des Instituts für
Meereskunde sind Finnwale nach Blauwalen die zweitgrößten
Tiere der Erde und werden bis zu 100 Jahre alt. Statt Zähnen
haben sie weiße, 70 Zentimeter lange Barten mit feinen Borsten.
Ausgewachsene Finnwale wiegen bis zu 80 Tonnen und können
230 Meter tief tauchen. In nördlichen Gewässern kommen
sie häufig vor.
Umweltschutzexperten gehen davon
aus, dass es sich bei der schwimmenden Attraktion in Kiel um ein
vier Jahre altes Jungtier handelt, das sich mit Artgenossen auf
seinem Weg von Spitzbergen in der Ostsee verirrt hat. Vor zweieinhalb
Wochen war bereits in der Flensburger Förde ein Finnwal gesichtet
worden.
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