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- 31.07.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Wo ist «Kielian»? Ein Wal sorgt an der Ostsee für Wirbel

Seit Tagen kamen «Waltouristen» in Scharen an die Kieler Förde, um den jungen Finnwal zu sehen, der sich dorthin verirrt hatte. Doch der hat nun zurück in die Ostsee gefunden.

Von Kai Fortelka, dpa

Kiel (dpa) - Wo ist «Kielian»? Diese Frage hat seit Tagen hunderte großer und kleiner «Waltouristen» in Kiel bewegt. Täglich kamen sie in Scharen an die Förde, um einen Blick auf den jungen Finnwal zu werfen, der sich in den Fluten vor der Landeshauptstadt tummelte und für mächtigen Wirbel sorgte. Ständig schwamm der 15-Meter-Koloss zwischen beiden Ufern und dem Hafenbereich hin und her. Am Donnerstag gab es dann die vorläufige Entwarnung und Erleichterung: Das junge Tier hat den Weg aus der engen Förde in die freie Ostsee gefunden. Er sei in der Hohwachter Bucht gesehen worden, bestätigt die Polizei in Kiel.

Zuvor hatte sich Maren Soltwedel von der Wasserschutzpolizei noch skeptisch geäußert. «Ob er den Weg in die offene See findet, ist schwer abzuschätzen.» Manche Wal-Fans dürften jetzt wohl enttäuscht sein. «Wir haben mehrere Ausflüge gemacht, um ihn zu sehen, leider ohne Erfolg», sagte Doris Seydel aus Kiel Stunden vor dem Verschwinden des Wals aus der Förde. Da half ihrer vierjährigen Tochter Phyllis auch das Fernglas nicht, dass sie dabei hatte: «Gute Augen reichen nicht, um ihn zu erkennen», sagte das Mädchen und hielt angestrengt Ausschau nach der «Blas». Sechs Meter hoch kann der schnelle Schwimmer seine Atemwolke in die Luft pusten.

Beobachter wollen bei dem Riesensäuger eine Verletzung an der stromlinienförmigen Rückenfinne entdeckt haben. Die vernarbte Wunde stammt vermutlich von einer Schiffsschraube. Zudem wird über die Ernährung des sanften Riesen spekuliert. Der Wal frisst gewöhnlich Fische und Krebse, soll aber abgemagert sein. «Eine halbe Tonne seines Gewichtes verspeist das Tier täglich», sagt Boris Culik vom Kieler Institut für Meereskunde.

 


© dpa

Ein rund 15 Meter langer Finnwal hatte sich in die Kieler Förde verirrt.

 

Nach Angaben des Instituts für Meereskunde sind Finnwale nach Blauwalen die zweitgrößten Tiere der Erde und werden bis zu 100 Jahre alt. Statt Zähnen haben sie weiße, 70 Zentimeter lange Barten mit feinen Borsten. Ausgewachsene Finnwale wiegen bis zu 80 Tonnen und können 230 Meter tief tauchen. In nördlichen Gewässern kommen sie häufig vor.

Umweltschutzexperten gehen davon aus, dass es sich bei der schwimmenden Attraktion in Kiel um ein vier Jahre altes Jungtier handelt, das sich mit Artgenossen auf seinem Weg von Spitzbergen in der Ostsee verirrt hat. Vor zweieinhalb Wochen war bereits in der Flensburger Förde ein Finnwal gesichtet worden.

 

 Mehr Informationen:

Infos der Uni Kiel

Finnwale

Wale

vista verde: Meeressäuger

 

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