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Marienkäfer: Londoner Luft macht
geschlechtskrank
In London sind neun von zehn
Marienkäfer geschlechtskrank. Den Biologen ist das Phänomen
noch ein Rätsel.
(jkm) - Die Forscher vermuten,
der hohe Krankenstand unter den Insekten sei indirekt auf die
Luftverschmutzung in der britischen Hauptstadt zurückzuführen.
Die Abgase aus dem Straßenverkehr schwächten die Pflanzen
und begünstigten die Ausbreitung von Blattläusen.
Weil sich Marienkäfer hauptsächlich
von Blattläusen ernähren, steigt ihre Population leicht
zeitversetzt mit den Blattläusen stark an. Es komme dann
wahrscheinlich vermehrt zu Paarungen zwischen den Generationen,
sagte der Biologe Greg Hurst vom University College London gegenüber
der BBC. Dadurch werde die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten
begünstigt.
"Wenn die Marienkäfer
aus der Winterruhe erwachen, sind sie außergewöhnlich
promiskuitiv", erklärt Hurst; "von allen Insekten
verbreiten die Marienkäfer mit Abstand die meisten sexuell
übertragbaren Krankheiten. Bis Ende Mai jeden Jahres sind
80 bis 95 Prozent der erwachsenen Marienkäfer infiziert."
Glück im Unglück: Die
recht schwach ausgeprägten Geschlechtskrankheiten haben für
infizierte britische Käfer kaum Folgen. Vielleicht ist auch
deshalb die Durchseuchung in London so groß, spekulieren
die Biologen. Zum Vergleich: In Osteuropa bleiben geschlechtskranken
Marienkäfern gerade einmal 17 Tage Zeit, die Eier mit der
nächsten Generation zu legen. Danach werden infizierte Tiere
steril.
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