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Tschechien:
Steinbrüche retten Schmetterlinge
Aufgegebene Steinbrüche
können einen neuen Lebensraum für bedrohte Insekten
bieten, haben tschechische Biologen entdeckt.
(jkm) - Steinbrüche und Tagebauten
werden in der Regel als Wunden empfunden, die es durch Auffüllung
und Begrünung zu schließen gilt. Dass aufgegebene Steinbrüche
aber auch einen Lebensraum für bedrohte Insekten bieten können,
haben tschechische Biologen jetzt nachgewiesen. Demnach finden
in den Gruben jene Schmetterlinge ein neues Zuhause, die ihre
ursprünglichen Steppenlandschaften verloren haben.
Europaweit befinden sich Schmetterlinge
auf dem Rückzug, die auf warme, trockene Böden und Magerrasen
angewiesen sind. Solche Flächen sind weitgehend intensiver
Landwirtschaft, Bebauung oder Rekultivierung zum Opfer gefallen.
Verlassene Steinbrüche könnten Ausweich-Quartiere für
die Schmetterlinge darstellen, sagen Jiri Benes, Pavel Kepka und
Martin Konvicka von der Universität von Südböhmen
in Ceske Budejovice. Die Forscher beobachteten, dass zahlreiche
Schmetterlinge in den tschechischen Steinbrüchen rasten,
wenn sie zwischen ihren nördlichen Sommer- und südlichen
Winterquartieren pendeln.
Benes und seine Kollegen untersuchten
21 Kalksteinbrüche im Südosten der Tschechischen Republik.
Dabei konnten sie zwei große Gruppen von Schmetterlingen
finden, die trockene Graslandschaften bevorzugen. Die eine Gruppe,
die auf steinige Hügel angewiesen ist, umfasst 20 Arten,
von denen neun in Tschechien als bedroht gelten. Die zweite Gruppe,
bestehend aus 10 bedrohten und neun weiteren Arten, bevorzugt
flaches dürres Brachland.
Über die Hälfte der
untersuchten Steinbrüche liegen in Regionen, die keine natürlichen
Steppenlandschaften mehr zu bieten haben. Das schreiben die Forscher
in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift "Conservation Biology".
"Die Steinbrüche bieten die einzige Chance, die Steppen-liebenden
Schmetterlinge zu bewahren", sagt Benes. Dies müsse
bei der künftigen Nutzung alter Steinbrüche bedacht
werden.
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