|
Insekten:
Jede Hummel hat ihren Suchstil
Auch unter Hummeln ist bekannt,
dass gut Ding Weile haben will. Doch beherzigen nicht alle Tiere
diese Weisheit im gleichen Maße.
(jkm) - Wie Biologen an der Universität
Würzburg entdeckt haben, suchen einige Hummeln eine virtuelle
Blumenwiese besonders rasch ab und nehmen dafür Fehlentscheidungen
in Kauf. Allerdings gehen auch sie etwas bedächtiger zu Werke,
wenn Fehler durch einen bitteren Geschmack bestraft werden.
"Wie beim Menschen, hängt
bei Hummeln die Treffsicherheit einer Entscheidung von der Zeit
ab, die für die Lösung der Aufgabe verwandt wird",
schreiben Lars Chittka und seine Kollegen im Magazin "Nature".
Bislang sei bei Wahrnehmungstests mit Tieren jedoch lediglich
die Treffsicherheit berücksichtigt worden. "Selbst individuelle
Insekten variieren in ihrem Streben, Fehler zu vermeiden."
Die Forscher trainierten Erdhummeln
(Bombus terrestris) darauf, eine "Wiese" aus Plexiglasblüten
nach Nahrung abzusuchen. Die Hälfte der Blüten enthielt
eine Zuckerlösung und wurde mit rein blauem Licht beleuchtet,
die andere enthielt lediglich Wasser und wurde in einem leicht
grünlichen Blauton angestrahlt. Einige Tiere verschwendeten
weniger als zehn Sekunden auf die Suche nach dem richtigen Farbton
und ließen sich in nahezu 50 Prozent der Fälle auf
einer Blüte mit Wasser nieder. Andere schwirrten doppelt
so lang über die virtuelle Wiese und erzielten eine Trefferquote
von 80 Prozent.
Versuchsweise ersetzten Chittka
und seine Kollegen das Wasser nun durch bitter schmeckende Chinin-Lösung.
Prompt stiegen Suchdauer und Treffsicherheit an, prinzipiell blieb
jedes Tier aber seinem Suchstil treu. Hatte sich eine Hummel zuvor
als "sorglos" erwiesen, huschte sie auch weiterhin relativ
zügig über die Kunstwiese.
|