Studie: Dramatischer Rückgang der Korallenriffe in der Karibik
In der Karibik verschwinden die Korallen. Schuld trägt weniger die globale Klimaerwärmung als vielmehr lokale Ursachen wie Überfischung.
London - In den vergangenen 30 Jahren ist die Korallenbedeckung der Karibik-Riffe nach Angaben britischer Forscher von 50 Prozent auf heute nur noch 10 Prozent gesunken. Zwar habe sich das Korallensterben in den vergangenen Jahren verlangsamt, doch sei es nicht gestoppt, schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Fachjournals «Science» (DOI: 10.1126/science.1086050).
Für die Studie werteten die Forscher um Toby A. Gardner von der Universität von East Anglia in Norwich Daten von 65 Einzeluntersuchungen zu 263 Korallenriffen in der gesamten Karibik aus. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass globale Faktoren wie etwa die zunehmende Erderwärmung vermutlich nicht für das karibische Korallensterben verantwortlich sind. Vielmehr seien die Ursachen lokal bedingt. Zu den Hauptursachen für die Zerstörung der Korallenriffe zählen demnach Überfischung, Stürme und Krankheiten.
Die Wissenschaftler betonen, dass Korallenriffe weltweit bedroht sind. So seien nach jüngsten Schätzungen bereits 11 Prozent aller ursprünglich vorhandenen Korallenriffe zerstört und weitere 16 Prozent schwer geschädigt.