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Vögel:
Kohlmeisen übertönen Lärm
In Gegenden mit hohem Lärmpegel
singen Kohlmeisen bei höheren Frequenzen, haben niederländische
Biologen entdeckt.
(jkm) - Vermutlich haben die Vögel
gelernt, dass ihr Gesang auf diese Weise vor dem niederfrequenten
Lärm besser zur Geltung kommt. Ihre Beobachtungen präsentieren
die Forscher im Magazin "Nature".
"Kraftwagen, Flugzeuge und
alle möglichen Apparate bewirken einen neuen Selektionsdruck
auf wild lebende Arten, die mit Hilfe akustischer Signale ihren
Fortpflanzungserfolg gewährleisten", schreiben Hans
Slabbekoorn und Margriet Peet von der Universität Leiden.
Offenbar hätten zumindest Kohlmeisen (Parus major) gelernt,
sich potenziellen Paarungspartnerinnen und Rivalen trotz des Lärms
verständlich zu machen.
Die Forscher nahmen in unterschiedlichen
Gegenden Leidens den Gesang männlicher Kohlmeisen auf und
bestimmten den allgemeinen Lärmpegel. Sie fanden, dass die
tiefsten Töne des Gezwitschers in der Nähe viel befahrener
Straßen bei 3,77 Kilohertz lagen, in eher ruhigen Wohngebieten
dagegen bei 2,8 Kilohertz. Generell bauten die Tiere in weniger
lärmerfüllten Gegenden mehr tiefe Noten in ihren Gesang
ein.
Prinzipiell könnten Individuen
mit einem genetisch bestimmten Gesang sich "passende"
Reviere gesucht haben, so Slabbekoorn und Peet. Kohlmeisen erlernten
den Gesang jedoch und passten ihn später an die Bedingungen
in ihrem Brutrevier an. "Daher ist es wahrscheinlicher, dass
sie lernen, angesichts frequenzabhängigen Lärms vor
Ort nur einen Teil ihres Tonumfangs zu nutzen." Diese Plastizität
sei vielleicht ein genereller Verhaltensmechanismus, der Vogelarten
trotz hoher Lärmpegel die Fortpflanzung ermögliche.
Für weniger anpassungsfähige Arten könne der Lärm
dagegen eine ernsthafte Bedrohung darstellen.
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