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Klimawandel:
Wärmeres Meer schadet Papageientauchern
Höhere Meerestemperaturen
reduzieren den Fortpflanzungserfolg in der größten
Papageientaucher-Kolonie Kanadas.
(jkm) - Vermutlich finden die
Vögel in den entsprechenden Jahren nicht mehr genügend
Fisch für ihren Nachwuchs, schreiben kanadische Biologen
in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Sollten die Temperaturen weiter steigen, könne die gesamte
Art bedroht sein.
Colleen Cassady St. Clair von
der Simon Fraser University in Burnaby, British Columbia, und
ihre Kollegen analysierten bis ins Jahr 1937 zurückreichende
Daten über die Wassertemperaturen an der kanadischen Pazifikküste.
Sie fanden einen klaren Trend zu immer höheren Wassertemperaturen
und Schwankungen im Rhythmus von Jahrzehnten. So war die Meeresoberfläche
in den 50er- und 70er-Jahren besonders kühl, vom Beginn der
80er- bis zum Ende der 90er-Jahre dagegen extrem warm.
Diese Resultate kombinierten die
Forscher mit Daten über die Kolonie von Papageientauchern
(Fratercula cirrhata) auf Triangle Island, einer kleinen Insel
nahe Vancouver Island. Seit 1975 haben die Vögel den Beginn
ihrer Brutsaison demnach um zwei Wochen vorverlegt. Auch scheinen
Wachstum und Überleben der Küken empfindlich von den
Wassertemperaturen in der Brutsaison abzuhängen: Bei Temperaturen
um 9,4 Grad Celsius legten die Küken bis zu 12 Gramm Gewicht
pro Tag zu und fast 80 Prozent von ihnen wurden flügge. War
das Meer dagegen wärmer als 10 Grad, überlebte praktisch
keines der Küken bis zum 40. Tag nach dem Schlüpfen.
"Sandaale und andere wichtige
Beutearten verlassen möglicherweise Meeresgebiete, in denen
die Oberflächentemperatur einen bestimmten Schwellenwert
überschreitet", schreiben St. Clair und ihre Kollegen.
Die horizontale oder vertikale Abwanderung der Nahrung könnte
den verminderten Bruterfolg erklären.
"Die Schärfe dieses
Übergangs verdeutlicht das mögliche Ausmaß ökologischer
Reaktionen auf scheinbar geringfügige Veränderungen
des globalen Klimas", so die Forscher. Derzeit sei die Zahl
der Papageientaucher auf Triangle Island zwar stabil. Frühere
Erfahrungen mit ähnlich langlebigen Meeresvögeln zeigten
jedoch, dass die Population erst Jahrzehnte später einbrechen
könne.
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