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- 15.07.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Klimawandel:

Wärmeres Meer schadet Papageientauchern

Höhere Meerestemperaturen reduzieren den Fortpflanzungserfolg in der größten Papageientaucher-Kolonie Kanadas.

(jkm) - Vermutlich finden die Vögel in den entsprechenden Jahren nicht mehr genügend Fisch für ihren Nachwuchs, schreiben kanadische Biologen in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Sollten die Temperaturen weiter steigen, könne die gesamte Art bedroht sein.

Colleen Cassady St. Clair von der Simon Fraser University in Burnaby, British Columbia, und ihre Kollegen analysierten bis ins Jahr 1937 zurückreichende Daten über die Wassertemperaturen an der kanadischen Pazifikküste. Sie fanden einen klaren Trend zu immer höheren Wassertemperaturen und Schwankungen im Rhythmus von Jahrzehnten. So war die Meeresoberfläche in den 50er- und 70er-Jahren besonders kühl, vom Beginn der 80er- bis zum Ende der 90er-Jahre dagegen extrem warm.

Diese Resultate kombinierten die Forscher mit Daten über die Kolonie von Papageientauchern (Fratercula cirrhata) auf Triangle Island, einer kleinen Insel nahe Vancouver Island. Seit 1975 haben die Vögel den Beginn ihrer Brutsaison demnach um zwei Wochen vorverlegt. Auch scheinen Wachstum und Überleben der Küken empfindlich von den Wassertemperaturen in der Brutsaison abzuhängen: Bei Temperaturen um 9,4 Grad Celsius legten die Küken bis zu 12 Gramm Gewicht pro Tag zu und fast 80 Prozent von ihnen wurden flügge. War das Meer dagegen wärmer als 10 Grad, überlebte praktisch keines der Küken bis zum 40. Tag nach dem Schlüpfen.

"Sandaale und andere wichtige Beutearten verlassen möglicherweise Meeresgebiete, in denen die Oberflächentemperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet", schreiben St. Clair und ihre Kollegen. Die horizontale oder vertikale Abwanderung der Nahrung könnte den verminderten Bruterfolg erklären.

"Die Schärfe dieses Übergangs verdeutlicht das mögliche Ausmaß ökologischer Reaktionen auf scheinbar geringfügige Veränderungen des globalen Klimas", so die Forscher. Derzeit sei die Zahl der Papageientaucher auf Triangle Island zwar stabil. Frühere Erfahrungen mit ähnlich langlebigen Meeresvögeln zeigten jedoch, dass die Population erst Jahrzehnte später einbrechen könne.

 


© ArtToday

Gelbschopflund (Fratercula cirrhata) auf den Pribilof Inseln, Alaska


 Mehr Informationen:

Fratercula cirrhata

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