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Schmetterlinge: Mehr Schaden als Nutzen
durch Nachzuchten?
Schmetterlinge in Gefangenschaft
nachzuzüchten, um die natürlichen Bestände zu verstärken,
kann möglicherweise mehr schaden als nutzen.
(jkm) - Niederländische Biologen
fanden heraus, dass sich gefangene Schmetterlinge infolge von
Inzucht deutlich seltener fortpflanzen als frei lebende Artgenossen.
Werden durch Inzucht geprägte Tiere in großer Zahl
freigelassen, könne dies langfristig die Fruchtbarkeit des
Bestandes mindern, befürchten Mathieu Joron und Paul Brakefield
von der Universität Leiden.
Die beiden Biologen experimentierten
mit dem kleinen Afrikanischen Augenfalter (Bicyclus anynana).
In Gefangenschaft gezeugte Tiere wurden mit Wildexemplaren in
einem Treibhaus ausgesetzt, das durch seine Größe und
Pflanzenwahl naturnahe Lebensbedingungen bot. Die männlichen
Falter markierten die Forscher mit fluoreszierenden Farbstäuben,
die sich bei der Paarung auf die Flügel der Weibchen übertrugen.
So ließ sich nachweisen, dass die aus freier Natur stammenden
Männchen bis zu dreimal erfolgreicher in der Paarung waren.
Schon an Fruchtfliegen hatten
Biologen beobachtet, dass Männchen nach mehreren Inzucht-Generationen
körperlich kaum noch zur Fortpflanzung fähig waren.
Offenbar gebe es vergleichbare Effekte auch bei Schmetterlingen,
schreiben Joron und Brakefield im Magazin "Nature".
Dies mindere den Erfolg von Nachzucht-Programmen deutlich. Das
Problem sei besonders dann zu berücksichtigen, wenn kleine,
isoliert lebende Populationen gestützt werden sollten.
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