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Great Barrier Reef: Schildkröten
bedroht - Riff geht es schlecht
Die Zahl der Schildkröten
und Seekühe am Great Barrier Reef vor der Küste Australiens
ist «dramatisch» gesunken.
Sydney (dpa) - Insgesamt geht
es dem größten Korallenriff der Welt einer neuen Studie
zufolge immer schlechter. Anhaltende Meeresverschmutzung, Überfischung
und die steigende Wassertemperatur setzten ihm zu, heißt
es in der Untersuchung der Great-Barrier-Reef-Verwaltung (GBRMPA).
Die Fischei nehme derweil in den Gewässern weiter zu, zitierte
die australische Nachrichtenagentur AAP am Freitag aus dem Bericht.
Die Einleitung von Schadstoffen
aus dem Land habe sich seit der Ankunft der Siedler aus Europa
Ende des 18. Jahrhunderts vervierfacht. In den vergangenen 40
Jahren sei die Zahl der nistenden Meeresschildkröten um bis
zu 80 Prozent geschrumpft. Von der Zahl der Gabelschwanz-Seekühe
(Dugongs) Anfang der 60er Jahre seien nur noch drei Prozent übrig.
Umgekehrt habe sich die Fischerei mit Angeln seit 1995 verdoppelt.
In den vergangenen fünf Jahren hätten sich die Korallen
so stark ausbleicht wie noch nie, vermutlich wegen steigender
Meerestemperaturen.
Umweltminister David Kemp nannte
die Untersuchung «ernüchternd». «Wir beobachten
eine zunehmende Verschlechterung des Zustands des Riffs.»
Zugleich unternehme die Regierung vieles, um es zu erhalten, sagte
er. So solle die Zone, in der nicht gefischt werden darf, von
5 Prozent der Riffs auf 30 Prozent ausgedehnt werden. Trotz aller
negativer Entwicklungen sei das Korallenriff aber nicht nur das
weitläufigste, sondern auch immer noch das gesündeste
der Welt.
Die australische Seekuh-Expertin
Helene Marsh sagte nach Angaben von AAP, viele der Dugongs fielen
Hai-Netzen, Booten und der privaten Jagd zum Opfer. Sie fordert
Geschwindigkeitsgrenzen für Boote in Seekuh-Gebieten und
striktere Auflagen für Jäger.
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