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Midway Atoll: Blei verseucht Jungvögel
Vom US-Militär aufgegebene
Stützpunkte sollen an vielen Punkten der Welt zu Naturschutzgebieten
umfunktioniert werden. Doch Altlasten können den guten Vorsatz
gefährden.
(jkm) - Am Beispiel des Midway
Atolls zeigt sich, dass Altlasten auf den ehemaligen Militär-Geländen
den guten Vorsatz zerstören können. Das Atoll besteht
aus einer Gruppe kleiner Inseln und liegt 1.900 Kilometer nordwestlich
von Hawaii. Die ehemalige Marinestation wurde Laysan-Albatrossen
als Nistplatz überlassen. Doch deren Nachwuchs hat stark
unter Blei-Verseuchung zu leiden, berichten jetzt Biologen der
Universität von Kalifornien in Santa Cruz.
Ein Forschungsteam um die Toxikologin
Myra Finkelstein untersuchte das Mitte der 90er Jahre aufgegebene
Militärgelände. Die Fassaden der Gebäude wurden
über Jahrzehnte mit bleihaltigen Farben gestrichen. Zwischen
1994 und 1997 hatte die US-Navy mehrere Millionen Dollar investiert,
um die umweltschädlichen Anstriche durch Ölfarben zu
ersetzen. Die Blei-Belastung hat aber bis jetzt nicht abgenommen,
berichten die Forscher in "Environmental Science & Technology",
einem Fachmagazin der American Chemical Society.

©
ArtToday
Brütender
Laysan-Albatros (Diomedea immutabilis) auf dem Midway-Atoll.
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Finkelsteins Team untersuchte
zahlreiche Jungvögel, die durch schlaff herabhängende
Flügel auffielen. "Alle eingesammelten Jungtiere zeigten
schwere Bleivergiftungen", berichtet die Forscherin, "wir
mussten feststellen, dass die Küken der Laysan-Albatrosse
weiterhin tödlich hohen Dosen von Blei ausgesetzt sind."
Es gebe noch rund 200 belastete Gebäude auf dem Atoll, schätzt
die Forscherin. Dies könne auch Menschen, besonders Kleinkinder,
gefährden.
Die Biologen konnten junge Laysan-Albatrosse
(Diomedea immutabilis) beobachten, welche Farbe von Gebäuden
pickten und Farbreste vom Boden aufnahmen. Bei 26 untersuchten
Vögeln aus dem Umfeld von drei verseuchten Gebäuden
fanden sich Blei-Isotope im Blut, die nachweislich von giftigen
Anstrichen stammen.
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