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Schädling:
Wollige Napfschildlaus fällt über
Stadtbäume her
Die nur wenige Millimeter große
Wollige Napfschildlaus fällt derzeit massenhaft über
Straßenbäume in deutschen Städten her.
Hamburg/Braunschweig (dpa) - Der
vermutlich aus Asien eingewanderte Schädling breitet sich
bundesweit aus und zapft vor allem Laubbäume an. «Das
Tierchen saugt den Saft aus der Rinde und entzieht dem Baum damit
die energiereichen Substanzen», erläuterte der Forstpathologe
Rolf Kehr von der Biologischen Bundesanstalt in Braunschweig am
Donnerstag. Besonders Hamburg meldete einen starken Befall von
Linde, Ahorn und Rosskastanie. Bereits geschwächte Pflanzen
könnten im Extremfall absterben, berichtete der Sprecher
der Hamburger Umweltbehörde, Volker Dumann. Für Menschen
und Tiere bestehe keine Gefahr.
Generell haben nach Kehrs Worten
die Probleme mit eingewanderten Schädlingen wie etwa der
Miniermotte in den vergangenen Jahren etwas zugenommen, vermutlich
wegen des insgesamt wärmeren Klimas. «Die Bedingungen
für Schädlinge sind durch wärmere Sommer und relativ
milde Winter besser geworden. Das ist allerdings kein Grund zur
Panik.» Die Schädlingsproblematik sei in den vergangenen
Jahren auch stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt.
Die rund fünf Millimeter
großen Weibchen der Napfschildlaus (Pulvinaria regalis)
sondern eine weiße Wachswolle ab, in die sie ihre Eier legen.
Diese weiße Schicht kann wie Schimmel aussehen. Die befallenen
Bäume werden geschwächt, was vor allem in der Stadt
zu Problemen führt, wo die Bäume ohnehin stärkerem
Stress ausgesetzt sind. «Der Baum wird dadurch anfällig
für andere Erreger», erläuterte Kehr. In schweren
Fällen geht der Baum von der Krone abwärts ein. Im Wald
spielt das Problem dagegen kaum eine Rolle, weil die Bäume
dort weniger Stress ausgesetzt sind und es deutlich mehr natürliche
Feinde wie etwa Schlupfwespen und Marienkäfer gibt.
In Großbritannien wird
die Napfschildlaus Kehr zufolge seit den 60er Jahren beobachtet.
In den 80er Jahren sei sie vermutlich nach Deutschland eingeschleppt
worden. Zuerst tauchte der Schädling im Raum Köln-Bonn
auf, der wegen des warmen Rheinklimas auch heute noch einen Schwerpunkt
bildet. Von dort breitete sich das Tier Richtung Bayern und nach
Norden aus und hat vor einigen Jahren Hamburg erreicht. «Es
gibt aber auch bereits einzelne Berichte aus Berlin», sagte
Kehr.
Bekämpfen lässt sich
die Schildlaus derzeit kaum. «Es gibt kein zugelassenes
chemisches Mittel.» Die Läuse lassen sich laut Kehr
allenfalls mechanisch entfernen, was jedoch für einen größeren
Bereich wie etwa eine ganze Stadt unpraktikabel sei. Duman sieht
jedoch «durchaus eine Chance, das Problem mit biologischen
Mitteln in den Griff zu bekommen», mit Hilfe von Marienkäfern
und Schlupfwespen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der
Universität Hamburg solle nun herausgefunden werden, welche
Erfahrungen andere Städte mit dem Schädling gemacht
hätten. «Solche Tiere breiten sich explosionsartig
aus», sagte Dumann.
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