|
Indien: Rostpilz gegen grüne Pest
Eine extrem schnell wachsende
efeuartige Kletterpflanze macht indischen Bauern zu schaffen.
Eine biologische Waffe soll der Plage nun ein Ende bereiten.
(jkm) - Eine efeuartige Kletterpflanze
macht indischen Bauern zu schaffen. Die Pflanze Mikania micrantha
ist extrem schnell wachsend und droht Eukalyptus-, Teakholz- und
Teeplantagen zu überwuchern. Der Plage wollen die Inder jetzt
mit einem Rostpilz begegnen.
Mikania micrantha macht den Indern
seit rund 50 Jahren zu schaffen. Während des Zweiten Weltkriegs
wurde die in Süd- und Mittelamerika heimische Pflanze nach
Indien importiert, um die Startbahnen von Flughäfen zu tarnen.
Inzwischen ist das Grün mangels natürlicher Feinde außer
Kontrolle geraten. "Die Pflanze wächst in sensationellem
Tempo", bestätigte der britische Biologe Sean Murphy
dem Magazin "New Scientist", "besonders in den
Monsun-Monaten kann man die Pflanze wie eine grüne Flutwelle
die Hügel hinab rollen sehen."
Diesen Anblick wollen sich Besitzer
bedrohter Plantagen künftig ersparen. Sie setzen auf einen
Rostpilz, den Murphy und seine Kollegen vom Labor CABI Bioscience
im britischen Egham ausfindig gemacht haben. Sieben Jahre lang
suchten die Forscher nach einer biologischen Waffe gegen Mikania.
Der Rostpilz namens Puccinia spegazzinii ist wie Mikania in Süd-
und Mittelamerika heimisch. Der Pflanzenparasit befällt und
zerstört die Blätter seines Wirtes. Die indischen Teepflanzer
könnten den Pilz gut gebrauchen, denn derzeit müssen
sie 30 Prozent ihrer Einnahmen für die chemische Bekämpfung
der grünen Pest aufwenden.
Wie der "New Scientist"
meldet, hat sich der Rostpilz in Versuchen der britischen Forscher
bewährt. Er sei bereits nach Indien gebracht worden und durchlaufe
dort weitere Tests. Sollten die Biologen sicher sein, dass Puccinia
keine indischen Pflanzen befällt, wird er noch vor Ablauf
des Jahres in der Landwirtschaft eingesetzt. Murphy hofft, dass
dann auch China, Indonesien und Malaysia auf den Pflanzenparasiten
setzen.
|