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Kommunikation:
Rhesusaffen lesen die Mimik ihrer Artgenossen
Auch Affen können wie
Menschen Laute mit dem Gesichtsausdruck ihres Gegenübers
in Verbindung bringen.
(jkm) - Wenn wir Menschen Auge
in Auge miteinander reden, lesen wir nebenbei die Mimik des Sprechers
und setzen es mit Gehörten in Beziehung. Diesen Zusammenhang
nutzen auch Affen in der Kommunikation, haben Max-Planck-Forscher
aus Tübingen nachgewiesen. Sie experimentierten mit Rhesusaffen
(Macaca mulatta), die bei Begegnungen mit Artgenossen entweder
freundliche oder drohende Rufe ausstoßen. Diese Rufe können
die Tiere mit dem Gesichtsausdruck ihres Gegenübers in Verbindung
bringen, schreiben die Forscher im Magazin "Nature".
Asif Ghazanfar und Nikos Logothetis
vom Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik konfrontierten
ihre elf Versuchstiere mit zwei tonlosen Videofilmen, auf denen
ein und derselbe Affe mit unterschiedlicher Mimik zu sehen war.
Im ersten Film hatte das Tier den Mund weit geöffnet, wie
dies bei Drohrufen der Fall ist. Der parallel laufende zweite
Film zeigte den Affen mit nur halb geöffnetem Mund und leicht
gespitzten Lippen, die einem freundlichen Begrüßungsruf
entsprechen. Gleichzeitig wurde den Versuchstieren ein Tonband
vorgespielt, von dem entweder der freundliche oder der drohende
Ruf ertönte.
Wie die Forscher berichten, betrachteten
die Tiere deutlich länger jenes Gesicht, das dem Gehörten
entsprach. Damit sei bewiesen, dass die Affen die Sprachwahrnehmung
mit visuellen Eindrücken in Beziehung setzen können.
Evolutionär gesehen handle es sich um einen Vorläufer
der menschlichen Fähigkeit, Mimik und Gestik während
eines Gesprächs interpretieren zu können.
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