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- 24.06.2003 -


 

Sonarortung:

Delfine klicken effektiv

Je näher Delfine ihrer Beute kommen, desto leiser werden ihre Klick-Laute. Dies ist jedoch keine Jagdtaktik, sondern geschieht aufgrund der Funktionsweise ihres Echolotsystems.

(jkm) - Je näher ein Delfin seiner Beute kommt, desto lauter ist das Echo seiner Ortungslaute. Zwei amerikanische Zoologen haben nun entdeckt, dass die Meeressäuger diesem Phänomen auf verblüffende Weise Rechnung tragen. Mit sinkender Entfernung zum Ziel senken die Tiere die Lautstärke ihrer Klick-Laute, um ihr Hörsystem nicht zu überlasten. Ihre Resultate präsentieren die Forscher im Magazin "Nature".

Auch Fledermäuse und Sonargeräte sehen sich mit dem Problem konfrontiert, dass die Intensität der Ortungsgeräusche mit wachsender Laufstrecke abnimmt. Zwar halten sie die Lautstärke der Geräusche konstant. Dafür reduzieren sie die Empfindlichkeit des Mittelohrs bzw. des Schallempfängers direkt nach dem Aussenden des Ortungsgeräuschs und erhöhen sie dann langsam wieder.

 


© ArtToday

Delfine, wie dieser Große Tümmler, erzeugen die Töne bzw. "Klicke" zur Sonarortung mittels einer Klappe, die durch Luftaustausch zwischen Lunge und Luftsäcken in Schwingung gebracht wird.

 

Whitlow Au und Kelly Benoit-Bird von der University of Hawaii wollten nun wissen, ob Delfine einen ähnlichen Kompensationsmechanismus besitzen. Als Probanden dienten ihnen neugierige Schlankdelfine, Weißschnauzendelfine, Zügeldelfine, Ostpazifische Delfine und Schwertwale, die sich einer vor Hawaii treibenden, sternförmigen Anordnung von Unterwassermikrofonen näherten. Mit dieser Anordnung konnten die Forscher neben Richtung und Lautstärke der Ortungslaute auch die Entfernung zum jeweiligen Delfin ermitteln.

Offenbar gleichen die Meeressäuger den Effekt auf der Ebene des Senders, und nicht auf der des Empfängers aus, fanden Au und Benoit-Bird. Sämtliche Tiere reduzierten den Schalldruck ihrer Ortungsklicks nämlich um sechs Dezibel, indem sie die Entfernung zu den Hydrofonen halbierten. "Wenn ein Delfin sich einem Fischschwarm nähert, bleibt die Amplitude der Echos daher konstant", schreiben die Forscher. Damit seien Delfine zwar zu einer anderen Lösung gelangt als Fledermäuse und Sonargeräte, "diese ist jedoch ebenso effektiv."

 

 Mehr Informationen:

nature science update

Echoortung mit Sonar

Meeressäuger

vista verde: Meeressäuger

 

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