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Bieterschlacht im Nationalpark: Nashorn
unterm Auktionatoren-Hammer
Zum ersten, zum zweiten und
zum dritten: Vom schwergewichtigen Nashorn bis zur lebhaften Antilope
reicht die Spanne bei einer der größten Wildtier-Auktionen
der Welt.
Von Ralf E. Krüger, dpa
Durban/Johannesburg (dpa) - Als
der Hammer des Auktionators fiel, war Schweden gleich um ein halbes
Dutzend Nashörner reicher. Auf der 15. Wildlife-Auktion in
Südafrikas Hluhluwe-Umfolozi-Naturpark standen die seltenen
Dickhäuter am Wochenende eindeutig im Mittelpunkt des Interesses
- nicht nur der schwedischen Bieter. «Die wollten die Tiere
für einen Themenpark erwerben», sagt Jeff Gaisford
von der zuständigen Naturpark-Behörde. Vom leichtfüßigen
Zebra bis zur lebhaften Antilope reichte die Spanne bei einer
der größten Wildtier-Auktionen der Welt, zu der sich
rund 2000 Schaulustige und 250 Bieter in der Provinz KwaZulu-Natal
einfanden. Überwiegend waren es heimische Besitzer von Privatfarmen,
aber auch Zoo-Direktoren.
Seit 1989 veranstaltet der Nationalpark
derartige Versteigerungen, um überzählige Tiere loszuwerden
und die Kassen für den Tierschutz aufzufüllen. 14,7
Millionen Rand (etwa 1,5 Millionen Euro) betrug in diesem Jahr
der Erlös der Auktion. Die Auktionslose enthalten auch Tiere,
die unter Artenschutz stehen oder vom Aussterben bedroht sind.
Die Parkbehörde geht damit einen anderen Weg als etwa der
Krüger- Nationalpark, der nun um angrenzende Flächen
in Simbabwe und Mosambik ergänzt zum grenzüberschreitenden
Limpopo-Nationalpark wird. Überzählige Tiere aus Südafrika
werden in Grenzregionen der Nachbarländer umgesiedelt, wo
es zwar tolle Landschaft, aber nur wenig Wild gibt. Die nächste
Umsiedlung von 1000 Tieren nach Mosambik ist für die kommenden
Wochen geplant.
Südafrikas Nachbarstaat
Botswana erwägt dagegen gerade eine dritte Variante, die
dem Kap-Staat selbst lange Zeit Negativ-Schlagzeilen brachte:
das massenweise Abschlachten überzähliger Tiere. Im
Chobe- Nationalpark - wo die Elefanten-Population aus dem Ruder
zu geraten droht - wird über Massentötungen nachgedacht.
Die Elefanten hätten sich derart vermehrt, daß sie
den eigenen Lebensraum zerstörten, argumentiert die Regierung.
Südafrikanische Medien dagegen bringen die Planungen in Verbindung
mit dem Bau einer Luxus-Lodge in dem nahe der Grenze zu Namibia
gelegen Naturpark.
Ob Giraffen, Nashörner oder
Flusspferde - die Tier-Paradiese des Südlichen Afrika, die
jährlich Millionen Touristen besuchen, leiden angesichts
der künstlich-optimalen Bedingungen unter Überbevölkerung.
Selbst kleinere Wild-Farmen kennen das Problem. Sie rufen in der
Tierfang-Saison von März bis Oktober Experten, die die Tiere
dann versteigern. Vielfach werden sie dann erst nach dem Verkauf
gefangen.
«Das sind die so genannten
Katalog-Auktionen, bei denen die Preise meist etwas niedriger
als bei den Live-Auktionen liegen», sagt Parksprecher Gaisford.
Auf der Wildauktion in Hluhluwe werden beide Varianten praktiziert.
Die Preisspanne reichte von etwa 45 Euro für eine Schwarzfersen-Antilope
(Impala) bis hin zum Tausendfachen für ein Nashorn. In diesem
Jahr lag der Erlös unter den Erwartungen der Auktionatoren.
«Wir haben in diversen Teilen des Landes eine lang andauernde
Dürre, das drückt die Preise», begründet
Gaisford.
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