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Waltagung: Bundesregierung und Artenschützer
feiern Erfolg
Die 55. Jahrestagung der Internationalen
Walfang- Kommission hat nach Ansicht von Bundesregierung und Artenschützern
entscheidende Verbesserungen für die Wale gebracht.
Von Gerald Mackenthun, dpa
Berlin (dpa) - Der Walschutz
erhalte nun einen höheren Stellenwert als bisher, sagte der
Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium
Matthias Berninger zum Abschluss der Tagung der Internationalen
Walfang- Kommission (IWC) am Donnerstag in Berlin. Auch Umweltschützer
nannten es einen Erfolg, dass mit der «Berliner Initiative»
der Schutz bedrohter Meeressäuger offizielles Thema der IWC
wurde. 15 Nationen, darunter Japan, Island und Norwegen, äußerten
hingegen «tiefe Besorgnis», die ohnehin inhaltlich
zerrissene IWC verliere das ursprüngliche Ziel aus dem Auge,
den kommerziellen Walfang zu regeln.
Mit knapper Mehrheit wurde in
Resolutionen Japan und Island aufgefordert, auf den Walfang zu
wissenschaftlichen Zwecken zu verzichten. Die japanische Regierung
kündigte gleichwohl an, mit ihren Walforschungsprogrammen
2004 und 2005 fortzufahren. Gleichzeitig drohte sie damit, die
Zahlungen an die IWC zu reduzieren.
Island hatte das Erlegen von
jeweils 250 Walen in zwei Jahren beantragt. Eine Entscheidung
über die Wiederaufnahme des wissenschaftlichen Programms
Islands sei noch nicht gefallen, sagte ein Tagungsteilnehmer.
IWC-Resolutionen haben keinen bindenden Charakter.
Bereits am Montag wurde die «Berliner
Initiative» angenommen, die die Einsetzung eines IWC-Ausschusses
zum Schutz von Walen und Delfinen vorsieht. «Wir begrüßen
dies als ersten Schritt, aber wir wollen, dass die nationalen
Regierungen konkrete Maßnahmen treffen», sagte Greenpeace-Sprecher
Thilo Maack.
«Die Tagung hat entscheidende
Verbesserungen für den Schutz von Meeressäugern erbracht»,
meinte auch Sandra Altherr, Sprecherin der Artenschutzorganisation
Pro Wildlife. Der norwegische Delegationsleiter Lars Wallöe
bedauerte hingegen die Erklärung. Er schätze den Wert
der wissenschaftlichen Programme zum Verständnis der Ökologie
des Nordatlantiks hoch ein.

©
NOAA
Buckelwalkuh
mit Kalb: Mit der "Berliner Initiative" wird
künftig nicht nur der Fang sondern auch der Schutz
bedrohter Meeressäuger offizielles Thema der IWC.
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Ein Austritt Japans aus der Kommission
erfolgte nicht, obwohl es Gerüchte dazu gab. «Das ist
ein Spiel, das wir schon länger kennen», sagte Altherr.
Auch Ivar Aune, Sprecher der Walfangvereinigung High North Alliance,
sprach vom «üblichen Theater», meinte aber vor
allem die Umweltorganisationen.
Zum Abschluss der IWC-Tagung
hatte Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace in gelben Ölzeug
zwei tote Schweinswale in den Innenhof des Tagungshotels geschleppt.
Sie wollten damit auf den Tod von Kleinwalen und Delfinen hinweisen,
die sich in Fischernetzen verfangen. 300.000 sollen es pro Jahr
sein. Die Resolution gegen diesen so genannten Beifang in der
Fischerei war mangels Aussicht auf Erfolg von Italien zurückgezogen
worden.
Anträge für zwei neue
Schutzgebiete im Südatlantik und Südpazifik waren am
Dienstagabend auf der Konferenz abgelehnt worden. Die bestehende
Schutzzone für Wale im Südpolarmeer bleibt jedoch erhalten.
Die Anträge auf die neuen Schutzgebiete erhielten nicht die
erforderliche Dreiviertel-Mehrheit.
Seit dem allgemeinen Verbot des
Walfangs 1986 wurden im Rahmen wissenschaftlicher Programme («Special
Permit») insgesamt 7500 Wale geschossen. Auf dem Höhepunkt
des Walfangs in den 60er Jahren wurden bis zu 66.000 Tiere jährlich
getötet.
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