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- 19.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Waltagung: Bundesregierung und Artenschützer feiern Erfolg

Die 55. Jahrestagung der Internationalen Walfang- Kommission hat nach Ansicht von Bundesregierung und Artenschützern entscheidende Verbesserungen für die Wale gebracht.

Von Gerald Mackenthun, dpa

Berlin (dpa) - Der Walschutz erhalte nun einen höheren Stellenwert als bisher, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium Matthias Berninger zum Abschluss der Tagung der Internationalen Walfang- Kommission (IWC) am Donnerstag in Berlin. Auch Umweltschützer nannten es einen Erfolg, dass mit der «Berliner Initiative» der Schutz bedrohter Meeressäuger offizielles Thema der IWC wurde. 15 Nationen, darunter Japan, Island und Norwegen, äußerten hingegen «tiefe Besorgnis», die ohnehin inhaltlich zerrissene IWC verliere das ursprüngliche Ziel aus dem Auge, den kommerziellen Walfang zu regeln.

Mit knapper Mehrheit wurde in Resolutionen Japan und Island aufgefordert, auf den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken zu verzichten. Die japanische Regierung kündigte gleichwohl an, mit ihren Walforschungsprogrammen 2004 und 2005 fortzufahren. Gleichzeitig drohte sie damit, die Zahlungen an die IWC zu reduzieren.

Island hatte das Erlegen von jeweils 250 Walen in zwei Jahren beantragt. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme des wissenschaftlichen Programms Islands sei noch nicht gefallen, sagte ein Tagungsteilnehmer. IWC-Resolutionen haben keinen bindenden Charakter.

Bereits am Montag wurde die «Berliner Initiative» angenommen, die die Einsetzung eines IWC-Ausschusses zum Schutz von Walen und Delfinen vorsieht. «Wir begrüßen dies als ersten Schritt, aber wir wollen, dass die nationalen Regierungen konkrete Maßnahmen treffen», sagte Greenpeace-Sprecher Thilo Maack.

«Die Tagung hat entscheidende Verbesserungen für den Schutz von Meeressäugern erbracht», meinte auch Sandra Altherr, Sprecherin der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Der norwegische Delegationsleiter Lars Wallöe bedauerte hingegen die Erklärung. Er schätze den Wert der wissenschaftlichen Programme zum Verständnis der Ökologie des Nordatlantiks hoch ein.

 


© NOAA

Buckelwalkuh mit Kalb: Mit der "Berliner Initiative" wird künftig nicht nur der Fang sondern auch der Schutz bedrohter Meeressäuger offizielles Thema der IWC.

 

Ein Austritt Japans aus der Kommission erfolgte nicht, obwohl es Gerüchte dazu gab. «Das ist ein Spiel, das wir schon länger kennen», sagte Altherr. Auch Ivar Aune, Sprecher der Walfangvereinigung High North Alliance, sprach vom «üblichen Theater», meinte aber vor allem die Umweltorganisationen.

Zum Abschluss der IWC-Tagung hatte Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace in gelben Ölzeug zwei tote Schweinswale in den Innenhof des Tagungshotels geschleppt. Sie wollten damit auf den Tod von Kleinwalen und Delfinen hinweisen, die sich in Fischernetzen verfangen. 300.000 sollen es pro Jahr sein. Die Resolution gegen diesen so genannten Beifang in der Fischerei war mangels Aussicht auf Erfolg von Italien zurückgezogen worden.

Anträge für zwei neue Schutzgebiete im Südatlantik und Südpazifik waren am Dienstagabend auf der Konferenz abgelehnt worden. Die bestehende Schutzzone für Wale im Südpolarmeer bleibt jedoch erhalten. Die Anträge auf die neuen Schutzgebiete erhielten nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit.

Seit dem allgemeinen Verbot des Walfangs 1986 wurden im Rahmen wissenschaftlicher Programme («Special Permit») insgesamt 7500 Wale geschossen. Auf dem Höhepunkt des Walfangs in den 60er Jahren wurden bis zu 66.000 Tiere jährlich getötet.

 

 Mehr Informationen:

Verbraucherministerium

IWC

Environmental Investigation Agency

Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere

Greenpeace

IFAW

Pro Wildlife

Umweltstiftung WWF

WDCS

vista verde: Meeressäuger

 

 Lesen Sie auch:

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