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- 17.06.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Verlockend: Farben könnten Düfte ersetzt haben

Warum spielen bei Menschen und Menschenaffen Duftstoffe nur noch eine geringe Rolle für das Sozialverhalten? Möglicherweise weil ein verbessertes Sehvermögen die Kommunkation mit Farben möglich machte.

(jkm) - Bei vielen Tieren spielen Duftstoffe eine zentrale Rolle für das Sozialverhalten, nicht jedoch bei Menschen und Menschenaffen. Offenbar wurden das ausgefeilte Riechsystem und die zugehörigen Gene bei ihnen überflüssig, berichten amerikanische Forscher in den "Proceedings of the National Academy of Sciences". Der Grund war vielleicht, dass männliche Affen empfängnisbereite Weibchen plötzlich auch optisch ausmachen konnten.

Die duftenden Signalstoffe, Pheromone, werden durch das so genannte vomeronasale oder Jacobsonsche Organ in der Nasenhöhle erkannt. Anders als bei Neuweltaffen ist es bei Menschen und Menschenaffen allerdings kaum noch funktionstüchtig. Jianzhi Zhang und Marc Webb von der University of Michigan in Ann Arbor suchten nach einer Erklärung für dieses Phänomen. Dazu analysierten sie bei mehreren Arten von Altwelt- und Neuweltaffen zwei Gene, deren einzige Funktion in der Pheromon-Erkennung liegt.

Wie die Forscher berichten, scheinen die beiden Gene bei Neuweltaffen wie Sakis oder Klammeraffen intakt. Bei sämtlichen untersuchten Altweltaffen, bestehend aus Hundsaffen und Menschenaffen, enthielt eines der Gene mit der Bezeichnung TRP2 jedoch stets ein vorzeitiges Stop-Signal. Das zugehörige Protein, vermutlich an der Weiterleitung der von den Pheromon-Rezeptoren kommenden Signale beteiligt, ist daher nicht mehr funktionstüchtig. Weitere Untersuchungen ergaben, dass ähnliches auch für eine Gruppe von Rezeptorgenen gilt.

Offenbar sind beide Gene bzw. Gengruppen im Laufe der Evolution überflüssig geworden und stellen heute nur noch wahllos mutierende Pseudogene dar, glauben die Forscher. Das ausschlaggebende Ereignis müsse nach der Trennung von Altwelt- und Neuweltaffen vor 35 Millionen Jahren stattgefunden haben, jedoch noch vor der Aufspaltung der Altweltaffen in Hunds- und Menschenaffen vor 23 Millionen Jahren.

Zhang und Webb spekulieren, den Anstoß könnte die Duplikation jenes Gens geliefert haben, das für die Rot-Grün-Variante des Sehpigments Opsin codiert. Anders als das Gen für die Blau-Variante des Opsins liegt es auf dem X-Chromosom. Da männliche Säuger nur ein X-Chromosom besitzen, konnten sie vor der Verdoppelung nur zweifarbig sehen.

"Sobald die Männchen über dreifarbiges Sehen verfügten, konnten sie die subtilen Farbveränderungen der weiblichen Genitalhaut wahrnehmen", schreiben die Forscher. Dies habe vielleicht zur Ablösung der Pheromon-Kommunikation durch das zuverlässigere optische System geführt.

 


© ArtToday

Der Mandrill - ein Altweltaffe

 Mehr Informationen:

University of Michigan

Sexualpheromone

Die Ordnung der Primaten

 

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