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Zugvögel: Die Rast verbraucht mehr
Energie als der Flug
Wenn Singvögel zwischen
ihrem Sommer- und Winterquartier pendeln, verbrauchen sie für
den Flug deutlich weniger Energie als für die Ruhepausen.
(jkm) - Das haben amerikanische
und niederländische Forscher an zwei Drossel-Arten nachgewiesen.
Die Untersuchung könnte erklären, warum die Vögel
weite Strecken möglichst nonstop zurücklegen.
Der Zoologe Henk Visser von der
Universität Groningen und seine us-amerikanischen Kollegen
experimentierten mit frei fliegenden Zwergdrosseln (Catharus ustulatus)
und Einsiedlerdrosseln (Catharus guttatus). Die Vögel befanden
sich auf der Rückkehr von Panama in ihre kanadischen Sommerquartiere.
Die entsprechenden Flüge dauern im Schnitt 42 Tage, wobei
auch 18 Nächte durchgeflogen wird.
Um den Energieumsatz der Drosseln
zu messen, setzten die Forscher auf die so genannte DLW-Methode
(doubly labelled water). Dazu injizierten sie einzelnen Tieren
doppelt stabil markiertes Wasser. Bei diesem speziellen Wasser
werden den Wasserstoff- und Sauerstoff-Atomen künstlich Elektronen
zugefügt. Weil die manipulierten Isotope im Körper nicht
verändert werden, kann ihr Ausscheidung bzw. Ausatmen gemessen
und daraus der Energieumsatz bestimmt werden.
Die entsprechend präparierten
Drosseln wurden nach bis zu 600 Kilometer weiten Flügen wieder
eingefangen und untersucht. Dabei ermittelten die Wissenschaftler,
dass die Drosseln während der Pausen etwa doppelt so viel
Energie verbrauchten. Für den Flug selbst fallen im Schnitt
nur 29 Prozent des gesamten Energieumsatzes an, schreiben die
Forscher im Magazin "Nature".
Der Energiebedarf sei allerdings
auch stark vom Wetter abhängig. Der Zug nach Norden müsse
schon deshalb im Frühjahr stattfinden, weil dann am wenigsten
Energie für die Regulierung der Körpertemperatur benötigt
werde.
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