vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   A r t e n v i e l f a l t

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 10.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

IWC-Tagung:

Bundesregierung gegen wissenschaftlichen Walfang

Deutschland wird zusammen mit weiteren Staaten bei der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) eine Resolution gegen den wissenschaftlichen Walfang einbringen.

Berlin (dpa) - Das kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, am Dienstag in Berlin an. Die viertägige Konferenz in der Bundeshauptstadt beginnt am 16. Juni. Deutschland habe sich stets gegen den so genannten wissenschaftlichen Walfang Japans gewandt und sei deshalb «sehr enttäuscht», wenn nun auch Island solche Aktivitäten plane.

Nach dem bei der IWC eingereichten Plan wolle Island jährlich je 100 Zwerg- und Finnwale sowie 50 Seiwale innerhalb von zwei Jahren töten, teilte Berninger mit. Hierfür gebe es keine Begründung, denn die angestrebten wissenschaftlichen Ergebnisse ließen sich heute auch ohne Walfang erzielen. Er hoffe, dass die isländische Regierung auf ihren Plan verzichte.

Artenschutzorganisationen vermuten, dass Island unter dem Deckmantel der Forschung die Meeressäugetiere fangen wolle, um wieder Walfleisch nach Japan exportieren zu können. Mit einer Studie wollen sie belegen, wie das Land «hinter verschlossenen Türen» die Wiederaufnahme des Walfangs nach 14 Jahren Pause vorbereitet habe. «Die Tatsache, dass die angeblich wissenschaftlichen Fangaktivitäten für Island nur dann Sinn machen, wenn das Walfleisch nach Japan abgesetzt werden kann, zeigt die wahren Beweggründe der isländischen Pläne», sagte der Leiter der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS/Unterhaching) Deutschland, Nicolas Entrup. Sandra Altherr von Pro Wildlife (München), Autorin der Studie, forderte Island auf, seine Walfangpläne zurückzunehmen.

Eine internationale Koalition von vierzig Tier- und Naturschutz- Organisationen möchte auf der Tagung zudem eine «Berliner Initiative» genannte Resolution mehrerer Regierungen unterstützen. Sie soll der Verpflichtung der IWC zum Schutz der Wale mehr Gewicht geben und ihre Aufgaben ausweiten. Das könne unter anderem durch einen neu zu schaffenden Ausschuss und einen neuen Fonds geschehen, erläuterte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW/Hamburg).

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace soll die IWC ihre Arbeit nicht länger ausschließlich auf Fragen des Walfangs begrenzen, sondern alle Gefahren für die bedrohten Meeressäuger beachten. Damit würden auch nicht mehr die von den Walfängern verfolgten Großwalarten im Mittelpunkt stehen, sondern weltweit alle Walarten. Viele kleinere von ihnen ertrinken beispielsweise als Beifang in den Fischernetzen. Der Antrag könnte mit einer einfachen Mehrheit in Berlin verabschiedet werden.

Die «Berliner Initiative» wird nach den Angaben bisher von 19 der 46 stimmberechtigten Nationen getragen. Darunter seien Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kenia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Portugal, Schweden, Spanien und die USA. «Die IWC muss im Interesse der meisten Nationen dieser Welt die Wale für die Nachwelt erhalten», erklärte IFAW- Direktor Fred O'Regan. Der rapide steigende Touristenzustrom bei der Walbeobachtung beweise, «dass die Menschen Wale lieber beobachten als essen.»

 

 Mehr Informationen:

Studie "Islands Walfang-Comeback"

Verbraucherministerium

IWC

WDCS

Pro Wildlife

Greenpeace

IFAW

WWF

vista verde: Meeressäuger

 

 Lesen Sie auch:

Künast: Wal-Tourismus statt Waltötung

Meere: Seehundsterben könnte sich rasch wiederholen - Krach gefährdet Wale

Bundestag: Walfangverbot beibehalten

Südpolarmeer: Greenpeace kritisiert japanischen Walfang

UN-Konferenz: Schutz für Weißen Hai und Wale beschlossen

Walforschung: Kot-Analyse macht Fang überflüssig

Forschung oder Jagd? Walbeobachtung per Satellit

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung