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IWC-Tagung:
Bundesregierung gegen wissenschaftlichen
Walfang
Deutschland wird zusammen mit
weiteren Staaten bei der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission
(IWC) eine Resolution gegen den wissenschaftlichen Walfang einbringen.
Berlin (dpa) - Das kündigte
der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium,
Matthias Berninger, am Dienstag in Berlin an. Die viertägige
Konferenz in der Bundeshauptstadt beginnt am 16. Juni. Deutschland
habe sich stets gegen den so genannten wissenschaftlichen Walfang
Japans gewandt und sei deshalb «sehr enttäuscht»,
wenn nun auch Island solche Aktivitäten plane.
Nach dem bei der IWC eingereichten
Plan wolle Island jährlich je 100 Zwerg- und Finnwale sowie
50 Seiwale innerhalb von zwei Jahren töten, teilte Berninger
mit. Hierfür gebe es keine Begründung, denn die angestrebten
wissenschaftlichen Ergebnisse ließen sich heute auch ohne
Walfang erzielen. Er hoffe, dass die isländische Regierung
auf ihren Plan verzichte.
Artenschutzorganisationen vermuten,
dass Island unter dem Deckmantel der Forschung die Meeressäugetiere
fangen wolle, um wieder Walfleisch nach Japan exportieren zu können.
Mit einer Studie wollen sie belegen, wie das Land «hinter
verschlossenen Türen» die Wiederaufnahme des Walfangs
nach 14 Jahren Pause vorbereitet habe. «Die Tatsache, dass
die angeblich wissenschaftlichen Fangaktivitäten für
Island nur dann Sinn machen, wenn das Walfleisch nach Japan abgesetzt
werden kann, zeigt die wahren Beweggründe der isländischen
Pläne», sagte der Leiter der Whale and Dolphin Conservation
Society (WDCS/Unterhaching) Deutschland, Nicolas Entrup. Sandra
Altherr von Pro Wildlife (München), Autorin der Studie, forderte
Island auf, seine Walfangpläne zurückzunehmen.
Eine internationale Koalition
von vierzig Tier- und Naturschutz- Organisationen möchte
auf der Tagung zudem eine «Berliner Initiative» genannte
Resolution mehrerer Regierungen unterstützen. Sie soll der
Verpflichtung der IWC zum Schutz der Wale mehr Gewicht geben und
ihre Aufgaben ausweiten. Das könne unter anderem durch einen
neu zu schaffenden Ausschuss und einen neuen Fonds geschehen,
erläuterte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW/Hamburg).
Nach Angaben der Umweltschutzorganisation
Greenpeace soll die IWC ihre Arbeit nicht länger ausschließlich
auf Fragen des Walfangs begrenzen, sondern alle Gefahren für
die bedrohten Meeressäuger beachten. Damit würden auch
nicht mehr die von den Walfängern verfolgten Großwalarten
im Mittelpunkt stehen, sondern weltweit alle Walarten. Viele kleinere
von ihnen ertrinken beispielsweise als Beifang in den Fischernetzen.
Der Antrag könnte mit einer einfachen Mehrheit in Berlin
verabschiedet werden.
Die «Berliner Initiative»
wird nach den Angaben bisher von 19 der 46 stimmberechtigten Nationen
getragen. Darunter seien Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland,
Frankreich, Großbritannien, Italien, Kenia, Mexiko, Niederlande,
Neuseeland, Portugal, Schweden, Spanien und die USA. «Die
IWC muss im Interesse der meisten Nationen dieser Welt die Wale
für die Nachwelt erhalten», erklärte IFAW- Direktor
Fred O'Regan. Der rapide steigende Touristenzustrom bei der Walbeobachtung
beweise, «dass die Menschen Wale lieber beobachten als essen.»
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