|
Künast: Wal-Tourismus statt Waltötung
Bundesverbraucherministerin
Renate Künast hat sich für Walbeobachtungs-Touren als
wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Walfang stark gemacht.
Berlin (dpa) - Gemeinsam mit
der Walschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation Society
(WDCS) stellte sie am Mittwoch in Berlin einen Ratgeber «Walbeobachtung
in Europa» vor. «Die Nutzung der Wale sollte mit der
Kamera statt mit der Harpune erfolgen», sagte Künast.
Bei der 55. Jahrestagung der
Internationalen Walfang-Kommission vom 16. bis 19. Juni in Berlin
will sich die Ministerin für die Aufrechterhaltung des seit
1986 geltenden allgemeinen Fangstopps einsetzen. Zudem soll eine
Resolution eingebracht werden, um den so genannten wissenschaftlichen
Walfang stärker zurückzudrängen. Dieser sei mit
für den Rückgang der Walbestände verantwortlich.
«Deshalb brauchen wir an dieser Stelle einen ganz konsequenten
Schutz der Bestände», sagte Künast. Das könne
nur den kompletten Verzicht auf die Jagd bedeuten.

© ArtToday
Walbeobachtung
statt Walfang: Grauwal vor der Baja California, Mexiko.
|
Der wirtschaftliche Nutzen aus
dem Walbeobachtungs-Tourismus ist Künast zufolge größer
und dauerhafter als derjenige aus dem Verkauf getöteter Tiere.
Der jetzt veröffentlichte Ratgeber soll laut WDCS als Anregung
für Touristen und Regierungen dienen, Wale und Delfine umwelt-
und tiergerecht zu beobachten. Die Touristen könnten Künast
zufolge dann auch einen sanften Druck auf Länder ausüben,
die wie Island einerseits Walbeobachtungen anbieten aber andererseits
vorhaben, künftig 250 Wale pro Jahr zu wissenschaftlichen
Zwecken zu fangen. Das könnte zu Unverständnis bei den
Urlaubern führen, sagte Künast.
Die Walbeobachtung in Europa
biete noch ein großes wirtschaftliches Potenzial, sagte
Nicolas Entrup von der WDCS. So seien 1998 in Europa über
11 Millionen Euro direkt damit verdient worden, in Australien
im gleichen Jahr jedoch fast 35,5 Millionen
|