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Meere:
Seehundsterben könnte sich rasch
wiederholen - Krach gefährdet Wale
Das Seehundsterben an der deutschen
Nordseeküste von 2002 könnte sich nach Expertenansicht
in wenigen Jahren wiederholen.
Hamburg (dpa) - «Das Auftreten
von Infektionen im Meer wird auf Grund der globalen Klimaveränderung
eher zunehmen», sagte Bettina Reineking vom Internationalen
Wattenmeer-Sekretariat in Wilhelmshaven am Mittwoch beim Meeresumwelt-Symposium
in Hamburg. Experten verwiesen darauf, dass sich die Seehundpopulation
nur richtig erholen kann, wenn in den nächsten Jahren keine
Viruserkrankungen auftreten. Sonst sei sogar mit einer Verringerung
des Bestandes zu rechnen.
Wie sich das für die Seehundstaupe
verantwortliche Phocine Distemper Virus (PDV) so verheerend ausbreiten
konnte, sei noch nicht eindeutig geklärt. Leider fehle für
diese Forschungen das Geld, sagte Reineking. Beim Seehundesterben
2002 verendeten 22.500 Tiere. Wie bereits vor 14 Jahren, als rund
20.000 Seehunde starben, verbreitete sich die Seuche entlang der
Nordseeküste in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.
Dass das Virus in beiden Fällen zuerst auf der Insel Anholt
im Dänischen Kattegat ausbrach «kann kein Zufall sein»,
meinte Reineking. Allerdings sei noch unklar, ob die Erreger durch
Seehunde, Kegelrobben oder entlaufene Zuchtnerze übertragen
worden seien.
Laut Wolfgang Dinter vom Bundesamt
für Naturschutz macht auch der stärkere Unterwasserlärm
Meeressäugetieren und besonders Walen schwer zu schaffen.
«Der latente Hintergrundlärm im Meer hat sich in den
letzten Jahren massiv erhöht», sagte Dinter. Der Schiffsverkehr
aber auch militärische Sonarübungen mit starken Schallwellen
seien dafür verantwortlich. In den vergangenen Jahren seien
bei gestrandeten Walen immer wieder tödliche Verletzungen
wie Blutungen festgestellt worden, die vom intensiven Lärm
kommen könnten.
Zu dem zweitägigen Treffen
waren mehrere hundert Umweltexperten aus dem In- und Ausland nach
Hamburg gekommen.
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