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Fischfarmen:
Paarungsfreudige Zuchttiere bedrohen
Wildlachs
Wenn Zuchtlachse aus Fischfarmen
ausbrechen, können sie zur Gefahr für wilde Lachse werden.
(jkm) - Wie britische Biologen
entdeckten, sind männliche Junglachse aus der Zucht ihren
wilden Artgenossen überlegen, sobald es zur Paarung kommt.
Das Erbgut des wilden Atlantischen Lachses (Salmo salar) könne
deshalb langfristig verloren gehen, befürchten die Forscher.
Dany Garant von der Universität
Oxford sowie drei Kollegen aus den USA, Kanada und Norwegen experimentierten
mit gleich großen Gruppen wilder und gezüchteter Männchen
sowie Hybriden. Diese setzten sie in gemischten Gruppen mit weiblichen
Lachsen in Tanks zusammen, in denen natürliche Bachläufe
simuliert wurden. Nachdem es zwischen den Tieren zu Paarungen
gekommen war, untersuchten die Forscher die befruchteten Eier.
Die Zuchttiere hatten viermal so viele Eier befruchtet wie ihre
wilden Artgenossen, schreiben die Forscher in der Juni-Ausgabe
der "Ecology Letters". Selbst die Hybrid-Lachse - Mischlinge
wilder und gezüchteter Eltern - waren noch doppelt so erfolgreich
wie die Wildtiere.
Zuchtfische seien aggressiver
und risikofreudiger, erklärte Garant gegenüber "ScienceNow".
Dies treffe besonders auf den so genannten Parr zu, den gerade
geschlechtsreif gewordenen Junglachs im Alter von etwa zwei Jahren.
Weil sich Zuchtlachs zudem schneller entwickle als wilder Lachs,
könnten die Gene der Wildtiere langfristig verdrängt
werden.
Fischzüchter hatten bisher
argumentiert, es komme kaum zur Paarung zwischen Zucht- und Wildtieren,
weil Zuchtlachs in der freien Natur nicht überleben könne.
Tatsächlich vermehren sich ausgebrochene Zuchtlachse in Freiheit
eher selten. Die Versuche zeigen aber jetzt, dass die Tiere ihre
geringere Paarungs-Chance offenbar mit größerer Fruchtbarkeit
wettmachen.
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