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Zugvögel: Klimawandel verschiebt
Konkurrenz
Der Klimawandel kann für
Zugvögel positive oder negative Folgen haben - je nachdem,
wie weit ihre Winterquartiere entfernt sind.
(jkm) - Die Auswirkungen der globalen
Erwärmungen auf Zugvögel sind komplex und hängen
vom jeweiligen Lebenswandel ab. Kurzstreckenzieher können
demnach von einer längeren Brutsaison profitieren, berichten
Schweizer Ornithologen in den "Proceedings of the Royal Society".
Für Langstreckenzieher könnte die Erwärmung dagegen
eine ernsthafte Bedrohung darstellen.
In den letzten zwei Jahrzehnten
sind die Frühlingstemperaturen in den gemäßigten
Breiten angestiegen. Als Folge beginnt die Fortpflanzungssaison
einiger Vogelarten nun früher im Jahr. Die Auswirkungen auf
andere Phasen des Jahresrhythmus, etwa die Herbstwanderung von
Zugvögeln, waren unklar.
Lukas Jenni und Marc Kery von
der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach analysierten nun Daten
über 350.000 Zugvögel aus 64 Arten, die zwischen 1958
und 1999 am Schweizer Alpenpass Col de Bretolet gefangen, untersucht
und wieder freigelassen worden waren. Es zeigte sich, dass die
einzelnen Arten unterschiedlich auf die Erwärmung reagiert
haben.
In Südeuropa oder Nordafrika
überwinternde Kurzstreckenzieher wie Feldlerche und Star
treten ihre Wanderung gen Süden inzwischen bis zu neun Tage
später an, fanden die Forscher. Daher könnten diese
Tiere - vor allem jene mit einer variablen Zahl von Bruten im
Jahr - von einer längeren Brutsaison profitieren. Dagegen
brechen südlich der Sahara überwinternde Arten wie Trauerschnäpper,
Fitis und Gartengrasmücke heutzutage fast eine Woche früher
auf.
Der Beginn der Herbstwanderung
werde durch das Ende der Brutsaison, die örtlichen Bedingungen
zu diesem Zeitpunkt und die Bedingungen entlang der Zugroute und
in den Winterquartieren bestimmt, erläutern die Forscher.
Die Trockenzeit im Sahel könnte dem Herbstzug der Langstreckenzieher
daher enge Grenzen setzen. "Vielleicht wollen Zugvögel
diese Region durchqueren, bevor die Dürre begonnen hat",
sagt Jenni. Der Frühjahrszug könne ähnlichen Beschränkungen
unterliegen, so dass die Langstreckenzieher gegenüber den
Kurzstreckenzieher klar im Nachteil seien.
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