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Adler, Bär und Wolf:
Sanfter Tourismus soll Karpaten bewahren
Die Wildnis der Karpaten soll
länderübergeifend besser geschützt und einem nachhaltigen
Tourismus geöffnet werden.
(jkm) - Hierauf haben sich die
Anrainerstaaten auf einer Ministerkonferenz in Kiew verständigt.
Die gemeinsame Vereinbarung zu Schutz und Entwicklung der Region
unterzeichneten die Vertreter der Tschechischen Republik, Ungarns,
Polens, Rumäniens, Serbiens und Montenegros sowie der Slowakei
und der Ukraine.
In den Karpaten liegen die größten
Urwälder Europas; die Berge bieten unter anderem Braunbären,
Wölfen und Luchsen einen nahezu unberührten Lebensraum.
So sind etwa 45 Prozent aller außerhalb Russlands lebenden
Wölfe - insgesamt rund 4.000 Tiere - in den Karpaten zu Hause.
Selten gewordene Tiere wie die Gemse (Rupicapra rupicapra) und
der Kaiseradler (Aquila heliaca) sind nur noch in den Karpaten
zu sehen. Dort gelang auch die Wiederansiedlung des Wisents (Bison
bonasus), das in Europa schon ausgestorben schien. Darüber
hinaus beherbergt die Region hunderte Pflanzenarten, die nirgendwo
sonst auf der Welt vorkommen.
Um diesen Zustand zu erhalten,
einigten sich die Anrainer unter Moderation der UNEP, dem Umweltprogramm
der Vereinten Nationen, auf ein gemeinsames Nutzungskonzept der
Karpaten. Die Schönheit der Landschaft soll künftig
mehr Besucher in die 200.000 Quadratkilometer große Region
locken. Die Anrainerstaaten wollen einen nachhaltigen Tourismus
ankurbeln und hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung. Derzeit
sind die 16 bis 18 Millionen Menschen der Region von wachsender
Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.
"Die Karpaten bieten sowohl
der Wildnis als auch einer modernen Ökonomie genügend
Raum", glaubt Claude Martin, Generaldirektor des WWF International.
Die Naturschutzorganisation befürchtet, bei anhaltendem wirtschaftlichen
Niedergang gerate die Region aus ihrem fragilen Gleichgewicht.
Gelinge es nicht, den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor
auszubauen, drohe ein Raubbau an den natürlichen Ressourcen.
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