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- 22.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Adler, Bär und Wolf:

Sanfter Tourismus soll Karpaten bewahren

Die Wildnis der Karpaten soll länderübergeifend besser geschützt und einem nachhaltigen Tourismus geöffnet werden.

(jkm) - Hierauf haben sich die Anrainerstaaten auf einer Ministerkonferenz in Kiew verständigt. Die gemeinsame Vereinbarung zu Schutz und Entwicklung der Region unterzeichneten die Vertreter der Tschechischen Republik, Ungarns, Polens, Rumäniens, Serbiens und Montenegros sowie der Slowakei und der Ukraine.

In den Karpaten liegen die größten Urwälder Europas; die Berge bieten unter anderem Braunbären, Wölfen und Luchsen einen nahezu unberührten Lebensraum. So sind etwa 45 Prozent aller außerhalb Russlands lebenden Wölfe - insgesamt rund 4.000 Tiere - in den Karpaten zu Hause. Selten gewordene Tiere wie die Gemse (Rupicapra rupicapra) und der Kaiseradler (Aquila heliaca) sind nur noch in den Karpaten zu sehen. Dort gelang auch die Wiederansiedlung des Wisents (Bison bonasus), das in Europa schon ausgestorben schien. Darüber hinaus beherbergt die Region hunderte Pflanzenarten, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.

Um diesen Zustand zu erhalten, einigten sich die Anrainer unter Moderation der UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, auf ein gemeinsames Nutzungskonzept der Karpaten. Die Schönheit der Landschaft soll künftig mehr Besucher in die 200.000 Quadratkilometer große Region locken. Die Anrainerstaaten wollen einen nachhaltigen Tourismus ankurbeln und hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung. Derzeit sind die 16 bis 18 Millionen Menschen der Region von wachsender Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.

"Die Karpaten bieten sowohl der Wildnis als auch einer modernen Ökonomie genügend Raum", glaubt Claude Martin, Generaldirektor des WWF International. Die Naturschutzorganisation befürchtet, bei anhaltendem wirtschaftlichen Niedergang gerate die Region aus ihrem fragilen Gleichgewicht. Gelinge es nicht, den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor auszubauen, drohe ein Raubbau an den natürlichen Ressourcen.

 


© ArtToday

In den Karpaten leben noch etwa 4.000 Wölfe.

 Mehr Informationen:

The Carpathian Ecoregion Initiative

WWF International

UNEP

 

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