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- 20.05.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Bienen: Gut geheizte Kinderstube macht klüger

Die Wärme im Bienenstock entscheidet darüber, ob aus einer Puppe eine "kluge" Honigsammlerin wird.

(jkm) - Honigbienen können das Lernverhalten und die Kommunikationsfähigkeit ihrer Nachkommen selbst bestimmen. Zu diesem Schluss kommen Würzburger Zoologen im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Entscheidend dabei ist die Temperatur, bei der sich die Bienenpuppen entwickeln.

Eine Kolonie Honigbienen (Apis mellifera) sammelt im Laufe eines Sommers Blütennektar mit einem Energiegehalt von insgesamt fünf Millionen Kilojoule. Zum Vergleich: Ein Mensch benötigt pro Tag rund zehntausend Kilojoule Energie. Zur effektiven Bewältigung der Sammelarbeit müssen die Insekten sich in der Landschaft orientieren, den Umgang mit den unterschiedlichen Blütentypen lernen und über den komplexen Schwänzeltanz mit ihren Kolleginnen kommunizieren.

Etwa 40 Prozent der im Nektar steckenden Energie verwendet die Kolonie auf die Klimatisierung ihres Brutnests. Im Mittel halten die Bienen die Temperatur auf 35 Grad Celsius, tatsächlich gibt es im Brutnest Bereiche niedrigerer oder höherer Temperatur. Jürgen Tautz und seine Kollegen von der Universität Würzburg testeten nun, welche Folgen diese Temperaturunterschiede auf die Fähigkeiten der Tiere hat.

Die Zoologen ließen Bienenpuppen in Brutschränken unterschiedlicher Temperatur heranreifen. Die frisch geschlüpften Tiere setzten sie dann in Bienenstöcke und beobachteten ihr Verhalten. Wenn es um die Erledigung des "Haushalts" ging - Aufgaben wie Reinigung und Instandhaltung des Nests oder Brutpflege - zeigten sich keine klaren Unterschiede zwischen Tieren, die bei 32 oder bei 36 Grad herangewachsenen waren. Anders dagegen, wenn es um den "Außeneinsatz" ging: Nach dem Aufsuchen einer 200 Meter vom Stock entfernten Nahrungsquelle brachten unter kühleren Bedingungen gereifte Tiere nur selten einen vollständigen Schwänzeltanz zustande und übermittelten ungenaue Informationen über die Lage der Quelle.

Laut Tautz könnte man vermuten, "dass es rein äußere Bedingungen wie eine ungünstige Position der Brutzellen innerhalb des Nestes sind, die eine durchgehend optimale Temperierung verhindern.". Der Insektenforscher geht jedoch davon aus, dass eine Kolonie die intellektuellen Fähigkeiten ihres Nachwuchses durch die Klimatisierung gezielt steuert und so optimal an innere und äußere Bedingungen anpasst. Befindet sich das Nest beispielsweise inmitten einer blühenden Wiese, muss nicht so viel Energie für das Heranziehen blitzgescheiter Sammlerinnen aufgewandt werden.

 

 Mehr Informationen:

Biozentrum der Universität Würzburg

Honigbiene:
- Mindmap
- Biologie I
-
Biologie II

 

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