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- 14.05.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Leere Meere:

Dicke Fische, viele Haken

Die Zahl von Tunfischen, Schwertfischen und anderen großen Raubfischen in den Weltmeeren sinkt dramatisch: Um bis zu 90 Prozent sind die Bestände zurückgegangen.

(jkm) - Seit Jahrzehnten fordern Umweltschützer die Schonung der stark dezimierten Fischbestände. Eine neue Sicht auf die Problematik erlauben Daten, die ein kanadisch-deutsches Forscherduo im Magazin "Nature" präsentiert. Demnach hat der Fischfang im industriellen Maßstab die Bestände der großen Raubfische weltweit so rasch reduziert, dass Ökologen wie Fischereimanager das Problem bislang sogar unterschätzt haben.

Die Weltmeere haben über 90 Prozent ihrer Schwertfische, Thunfische, Rochen, Fächerfische, Dorsche, Schollen und Fische anderer Artengruppen eingebüßt, schätzen Ransom Myers und Boris Worm von der Dalhousie University in Halifax, Nova Scotia, und von der Universität Kiel. Die ökologischen Folgen könnten verheerend sein, zumal "ein allein auf jüngeren Daten basierendes Management vielleicht in die falsche Richtung führt."

Myers und Worm analysierten Daten von Forschungsfahrten in Schelfgebiete, wo diese noch vor dem Beginn der Fischerei in den Gebieten erfolgt waren, und aus der japanischen Langleinenfischerei in den offenen Ozeanen. Letztere erwies sich als besonders wertvolle Quelle, da sie für einige Arten Fangdaten aus allen Teilen der Weltmeere seit 1952 im Monatsrhythmus erfasst hat.

Anhand dieser Daten versuchten die Forscher, die Entwicklung der Bestände zurückzurechnen und die ursprüngliche Biomasse abzuschätzen. Wo immer die industrielle Fischerei sich neue Fanggründe erschloss, sank die Biomasse der Fischgemeinschaften demnach jedes Jahr um fast ein Sechstel - binnen fünfzehn Jahren also um 80 Prozent. Im Schnitt findet sich in den meisten Meeresgebieten heute nur noch ein Zehntel der ursprünglichen Biomasse, in gemäßigten Breiten des Atlantischen und Indischen Ozeans sogar nur ein Zwanzigstel. Myers und Worm halten ihre Schätzung für eher konservativ.

"Die meisten Wissenschaftler und Manager werden sich des wahren Umfangs der ökologischen Veränderungen jedoch nicht bewusst sein, da der Rückgang der Bestände meist in den ersten Jahren der Ausbeutung erfolgte und damit gewöhnlich noch vor den Bestandserfassungen", schreiben die Forscher. Umso begrüßenswerter sei eine auf dem UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg verabschiedete Resolution, die eine Erholung und schonende Nutzung der Fischbestände zum Ziel hat. Die neuen Resultate lieferten den Maßstab zur Bewertung dieser Bemühungen.

 


© ArtToday

Schwertfisch: Die Zahl der großen Raubfische in den Weltmeeren sinkt dramatisch.


 Mehr Informationen:

Ransom A. Myers, Dalhousie University

BFA Fischerei

WWF: Fischerei

EU-Kommission

ZDF: Fischerei & Fischzucht

Hochseefische

vista verde: Fischerei

 

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