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Invasive Arten:
Käfer besiegen
Hyazinthen-Pest
Zwei Arten von Rüsselkäfern
sorgen für das ökologische Gleichgewicht afrikanischer
Seen. Innerhalb von zehn Jahren konnten sie die nach Afrika eingeschleppte
Wasserhyazinthe stark dezimieren. Dank der Käfer lassen sich
Hunderte Millionen Euro sparen, errechneten jetzt afrikanische
Forscher.
(jkm) - Die in Südamerika
heimischen Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes) wurden im 19.
Jahrhundert wegen ihrer schönen Blüten nach Asien, Afrika
und die USA importiert. Einmal in die freie Natur entlassen, entwickelten
sich die Pflanzen in rund 50 Ländern weltweit schnell zu
einer Bedrohung der heimischen Flora. In dichten Matten wachsend,
verdrängen die Hyazinthen sämtliche Wasserpflanzen und
verdoppeln ihren Bestand innerhalb von zwei Wochen.
Die Pflanzen-Pest eroberte sich
afrikanische Seen so schnell, dass Fischfang und Schifffahrt unmöglich
wurden. Selbst durch maschinelles Roden der Pflanzen bekamen betroffene
Staaten die Situation nicht in den Griff. Deshalb wurden Anfang
der 90er Jahre im Sudan zwei Arten von Rüsselkäfern
ausgesetzt, die sich ausschließlich von Wasserhyazinthen
ernähren. Die Pflanzen konnten dank Neochetina eichhorniae
und N. bruchi inzwischen in ganz Afrika um rund 90 Prozent zurückgedrängt
werden.
Peter Neuenschwander und seine
Kollegen am International Institute of Tropical Agriculture in
Benin errechneten jetzt die wirtschaftliche Bedeutung der Rüsselkäfer
für den Süden des Landes. Im Fachblatt "Ecological
Economics" schreiben die Forscher, die erfolgreiche Bekämpfung
der Wasserhyazinthen bedeute für die Fischer und Händler
der Region 30,5 Millionen US-Dollar Mehreinnahmen pro Jahr. Das
Aussetzen der Käfer in Benin habe insgesamt 2,09 Millionen
Dollar gekostet und werde in den nächsten zwanzig Jahren
der Wirtschaft des Landes einen Gewinn von 206 Millionen Dollar
einbringen.
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