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- 08.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Invasive Arten:

Käfer besiegen Hyazinthen-Pest

Zwei Arten von Rüsselkäfern sorgen für das ökologische Gleichgewicht afrikanischer Seen. Innerhalb von zehn Jahren konnten sie die nach Afrika eingeschleppte Wasserhyazinthe stark dezimieren. Dank der Käfer lassen sich Hunderte Millionen Euro sparen, errechneten jetzt afrikanische Forscher.

(jkm) - Die in Südamerika heimischen Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes) wurden im 19. Jahrhundert wegen ihrer schönen Blüten nach Asien, Afrika und die USA importiert. Einmal in die freie Natur entlassen, entwickelten sich die Pflanzen in rund 50 Ländern weltweit schnell zu einer Bedrohung der heimischen Flora. In dichten Matten wachsend, verdrängen die Hyazinthen sämtliche Wasserpflanzen und verdoppeln ihren Bestand innerhalb von zwei Wochen.

Die Pflanzen-Pest eroberte sich afrikanische Seen so schnell, dass Fischfang und Schifffahrt unmöglich wurden. Selbst durch maschinelles Roden der Pflanzen bekamen betroffene Staaten die Situation nicht in den Griff. Deshalb wurden Anfang der 90er Jahre im Sudan zwei Arten von Rüsselkäfern ausgesetzt, die sich ausschließlich von Wasserhyazinthen ernähren. Die Pflanzen konnten dank Neochetina eichhorniae und N. bruchi inzwischen in ganz Afrika um rund 90 Prozent zurückgedrängt werden.

Peter Neuenschwander und seine Kollegen am International Institute of Tropical Agriculture in Benin errechneten jetzt die wirtschaftliche Bedeutung der Rüsselkäfer für den Süden des Landes. Im Fachblatt "Ecological Economics" schreiben die Forscher, die erfolgreiche Bekämpfung der Wasserhyazinthen bedeute für die Fischer und Händler der Region 30,5 Millionen US-Dollar Mehreinnahmen pro Jahr. Das Aussetzen der Käfer in Benin habe insgesamt 2,09 Millionen Dollar gekostet und werde in den nächsten zwanzig Jahren der Wirtschaft des Landes einen Gewinn von 206 Millionen Dollar einbringen.

 


© ArtToday

Wasserhyazinthe
(Eichhornia crassipes)


 Mehr Informationen:

International Institute of Tropical Agriculture, Benin

Wasserhyazinthe

vista verde: Neozoen

 

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