vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   A r t e n v i e l f a l t

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 06.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Gefahr für Korallenriffe:

Pro und contra Mangroven

Meeresbiologen warnen vor dem Plan eines US-Biologen, künstliche Mangrovenwälder zu pflanzen.

(jkm) - An vielen tropischen Küstenstreifen wachsen Mangrovenwälder. Deren Bäume bieten in ihren Stelzwurzeln zahlreichen Tierarten einen Lebensraum und schützen zudem die Küste, indem sie die Folgen von Sturmfluten mildern. Der us-amerikanische Biologe Gordon Sato will deshalb ökologisch beeinträchtigte Küstenzonen großflächig mit Mangrovenwäldern bepflanzen. Die Initiative stößt aber auf den Widerstand von Meeresforschern. Sie sagen, die Anlage künstlicher Mangrovenwälder gefährde Korallenriffe.

Gordon Sato hat bereits die Pflanzung von 250.000 Mangroven an der Küste Eritreas am Roten Meer angeregt. Die Bäume schützten nicht nur die Küste und verbesserten das Klima, so Sato, sondern lieferten auch Futter für Ziegenherden. Auf diese Weise werde die Armut im Land bekämpft. Am Roten Meer würde Sato gern bis zu 50 Millionen Mangroven pflanzen.

Dieser Plan alarmiert Meeresforscher, denn das Anlegen der Wälder gelingt nur mit großen Mengen Dünger. Wie der "New Scientist" berichtet, müssen pro Hektar Fläche bis zu einer Tonne Dünger ins Wasser eingebracht werden. Der Dünger befindet sich in Plastik-Säckchen, die stetig kleine Mengen Nährstoffe in den Küstenschlamm abgeben.

Mark Spalding von der University of California, San Diego, sieht die Korallenbestände des Roten Meeres in Gefahr. "Korallen reagieren extrem empfindlich auf das Überangebot an Nährstoffen", warnt Spalding und wirft Sato vor, er betreibe seine Projekte ohne wissenschaftliche Berater und ohne vorherige ökologische Folgenabschätzung. Sato beruft sich auf eigene Wasseranalysen, nach denen nur unwesentlich höhere Nährstoff-Konzentrationen in den gedüngten Mangrovenwäldern gemessen werden können.

Mangrovenwälder sollten nur dort gefördert werden, wo sie von Natur aus heimisch seien, fordert Spalding. In unmittelbarer Nähe zu Korallenriffen angepflanzt könnten sie die Lebensgemeinschaften der Küstengewässer eher bedrohen denn unterstützen.

 


© ArtToday

Mangroven bieten in ihren Stelzwurzeln zahlreichen Tierarten einen Lebensraum.


 Mehr Informationen:

NewScientist

Satos "Manzanar Mangrove Initiative"

The International Coral Reef Network

Über Mangroven

vista verde: Meere und Ozeane

 

 Lesen Sie auch:

Karibik: Mangrovenwälder schützen Jungfische

Riffsterben: Überträger der Korallenbleiche gefunden

Australien: Landwirtschaft überschwemmt Great-Barrier-Riff mit Schlamm

Studie: Naturschutz zahlt sich aus

Korallen: Jede dritte Art lebt vor Madagaskar

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung