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Gefahr für Korallenriffe:
Pro und contra Mangroven
Meeresbiologen warnen vor dem
Plan eines US-Biologen, künstliche Mangrovenwälder zu
pflanzen.
(jkm) - An vielen tropischen Küstenstreifen
wachsen Mangrovenwälder. Deren Bäume bieten in ihren
Stelzwurzeln zahlreichen Tierarten einen Lebensraum und schützen
zudem die Küste, indem sie die Folgen von Sturmfluten mildern.
Der us-amerikanische Biologe Gordon Sato will deshalb ökologisch
beeinträchtigte Küstenzonen großflächig mit
Mangrovenwäldern bepflanzen. Die Initiative stößt
aber auf den Widerstand von Meeresforschern. Sie sagen, die Anlage
künstlicher Mangrovenwälder gefährde Korallenriffe.
Gordon Sato hat bereits die Pflanzung
von 250.000 Mangroven an der Küste Eritreas am Roten Meer
angeregt. Die Bäume schützten nicht nur die Küste
und verbesserten das Klima, so Sato, sondern lieferten auch Futter
für Ziegenherden. Auf diese Weise werde die Armut im Land
bekämpft. Am Roten Meer würde Sato gern bis zu 50 Millionen
Mangroven pflanzen.
Dieser Plan alarmiert Meeresforscher,
denn das Anlegen der Wälder gelingt nur mit großen
Mengen Dünger. Wie der "New Scientist" berichtet,
müssen pro Hektar Fläche bis zu einer Tonne Dünger
ins Wasser eingebracht werden. Der Dünger befindet sich in
Plastik-Säckchen, die stetig kleine Mengen Nährstoffe
in den Küstenschlamm abgeben.
Mark Spalding von der University
of California, San Diego, sieht die Korallenbestände des
Roten Meeres in Gefahr. "Korallen reagieren extrem empfindlich
auf das Überangebot an Nährstoffen", warnt Spalding
und wirft Sato vor, er betreibe seine Projekte ohne wissenschaftliche
Berater und ohne vorherige ökologische Folgenabschätzung.
Sato beruft sich auf eigene Wasseranalysen, nach denen nur unwesentlich
höhere Nährstoff-Konzentrationen in den gedüngten
Mangrovenwäldern gemessen werden können.
Mangrovenwälder sollten nur
dort gefördert werden, wo sie von Natur aus heimisch seien,
fordert Spalding. In unmittelbarer Nähe zu Korallenriffen
angepflanzt könnten sie die Lebensgemeinschaften der Küstengewässer
eher bedrohen denn unterstützen.
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